Ehrenamt bei der Feuerwehr: Info-Abend zum Ausbildungsbeginn

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Marco Zerweiss ist Leiter der Feuerwehr in Mettmann. Foto: Feuerwehr Mettmann
Marco Zerweiss ist Leiter der Feuerwehr in Mettmann. Foto: Feuerwehr Mettmann

Mettmann. Am 28. April beginnt die neue Grundausbildung für Mettmanner, die Interesse an einem Engagement bei der Feuerwehr haben. Am Montag, 25. April, findet zudem ab 19 Uhr ein Informationsabend auf der Feuerwache an der Laubacher Straße 14 statt, an dem man sich über die Tätigkeit im Feuerwehrdienst und über die Ausbildung informieren kann.

0,25 Prozent der Mettmanner Bevölkerung organisiert sich bei der Feuerwehr und steht in Not geratenen Menschen und Tieren zur Hilfe bereit. „Das hört sich sehr wenig an – ist es auch“, so die Feuerwehr. Gründe gebe es mehrere: „So gibt es zwar durchweg ein positives Image, aber es ist verbunden mit Vorstellungen von sehr hoher sportlicher Leistungsfähigkeit und einer großen zeitlichen Investition, die neben Familie, Job und anderen Hobbies unerreichbar scheint“.

Der Leiter der Feuerwehr Mettmann, Marco Zerweiss, erläutert im Interview das aus seiner Sicht Wissenswerte:

Feuerwehrleute müssen topfit sein und jede Nacht um 2 Uhr zum Einsatz aus dem Bett. Ist das so?

Marco Zerweiss: Hier können wir mit dem ersten Vorurteil aufräumen: Die Feuerwehr besteht aus verschiedenen Abteilungen. Die Mitglieder werden nach Interessenlage, Fitness und Eignung eingesetzt. Die Einsatzabteilung beispielsweise wird über Alarmempfänger zu Einsätzen gerufen. Das kann zu jeder Tages- und Nachtzeit sein. Die Atemschutzgeräteträger, die ins Feuer gehen, müssen natürlich gesund und fit sein.

Diejenigen, die ein Fahrzeug zum Einsatzort fahren, müssen vor allem sicher fahren und die nötige Ruhe haben. Es gibt aber auch die sogenannte Unterstützungsabteilung, die im Hintergrund wichtige Aufgaben erledigt. Zum Beispiel die Kinder der Einsatzkräfte während des Einsatzes betreut, für die Einsatzverpflegung sorgt, wo wir Organisationstalente haben oder die Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt unterstützt wird.

Wer sich das gar nicht vorstellen kann und die Feuerwehr dennoch unterstützen will, kann Mitglied im Förderverein passiv mitgestalten. Und zum Aufstehen um 2 Uhr: im letzten Jahr gab es nicht einmal 30 Einsätze, die zwischen 24 und 6 Uhr stattfanden. Es werden ja auch nicht immer alle alarmiert.

Welches Alter ist ideal für die Feuerwehr?

Marco Zerweiss: Bei uns in Mettmann ist ein Engagement bei der Jugendfeuerwehr ab einem Alter von 11 Jahren möglich. Die Ausbildung für die Einsatzabteilung kann man frühestens mit 16 beginnen.

Wechsel in die Einsatzabteilung vollziehen wir mit 18 Jahren. Aktiv im Einsatz mitwirken darf man bis zum gesetzlich definierten Renteneintrittsalter (aktuell 67 Jahre). Viele Mitglieder der Jugendfeuerwehr bleiben uns erhalten. Gerne gesehen sind aber auch lebenserfahrene Interessierte, die sich für die Gesellschaft einsetzen und helfen wollen. Wir haben auch Quereinsteiger mit 45 Jahren.

Investition in die Zeit: Was kommt auf mich zu?

Marco Zerweiss: Heutzutage ist der Dienst am Mitmenschen nicht sehr populär. Wir reagieren darauf, in dem wir auf persönliche Möglichkeiten Rücksicht nehmen. Natürlich kann man in der ersten Mannschaft mitspielen.

Dann erwarten wir eine regelmäßige Einsatzbeteiligung und 14-tägige Übungsbeteiligung. Das Training ist dann wichtig. Wenn es in Lebensabschnitten mal andere Schwerpunkte gibt, dann ist das ok und wir nehmen darauf Rücksicht. Die Unterstützungsabteilung trifft sich deutlich seltener. Man kann sich ja auch langsam herantasten und wenn es Spaß macht, voll durchstarten.

Wie sieht denn eine Ausbildung bei der Feuerwehr in Mettmann aus?

Marco Zerweiss: Wir starten mit der Grundausbildung. Diese findet am Standort in Mettmann mit Mettmanner Ausbildern statt. Sie dauert etwa ein Jahr und findet donnerstagsabends im 14-tägigen Rhythmus statt. Man lernt über Organisation, Technik und Taktik in Theorie und Praxis das Grundhandwerk. Bei Mitgliedern der Unterstützungsabteilung ist die Ausbildung verkürzt und auf das Wichtigste beschränkt. Erste Hilfe lernen aber beispielsweise alle.