Hilfe für bedrohte Art: Feldhamster kommen zurück

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Ein Feldhamster schaut nach seiner Auswilderung auf einer Ackerfläche aus einem Erdbau.
Ein Feldhamster schaut nach seiner Auswilderung auf einer Ackerfläche aus einem Erdbau. Foto: Uwe Anspach/dpa/Symbolbild

Pulheim (dpa/lnw) – Nach drei Jahren hat sich der Bestand ausgesiedelter Feldhamster auf einem Gebiet in Pulheim nördlich von Köln stabilisiert. «Eigentlich können wir ganz zufrieden sein», sagte Christian Chmela, der Leiter der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft, die das Projekt für die vom Aussterben bedrohte Art betreut. Nachdem dort 2019 etwa 130 gezüchtete Feldhamster ausgesetzt wurden, sei die Zahl in den folgenden, sehr warmen Sommern auf etwa 360 Tiere angewachsen.

Doch durch den für Feldhamster ungünstigen kalten, feuchten vergangenen Sommer sei nun der Bestand im Gegensatz zu den Vorjahren nicht weiter gewachsen. Das hätten gerade abgeschlossene Zählungen auf den für die Auswilderung vorgesehenen Getreideflächen ergeben, sagte Chmela. Erfreulich sei, dass zwei kleine Populationen sich bereits weit außerhalb der Ansiedlungsfläche niedergelassen hätten. Die Fachleute hoffen nun auf einen warmen Sommer.

Feldhamster sammeln Körner in ihren Backen, finden allerdings auf perfekt abgeernteten Feldern nicht mehr genügend Futter. Die hübschen Tiere sind in Nordrhein-Westfalen vom Aussterben bedroht. Im Raum Aachen sowie den Kreisen Euskirchen, Neuss und Rhein-Erft werden die putzigen, etwa meerschweinchen-großen Tiere wieder angesiedelt. Alle stammen aus einer nordrhein-westfälischen Nachzucht.

Die Fachleute der Biologischen Station mussten für ihre aktuelle Zählung nur die nach dem Winter geöffneten Bauten zählen. Feldhamster sind extreme Einzelgänger und leben außerhalb der Paarungszeit allein. Spätestens ab Mitte April ist der Winterschlaf der nachtaktiven Nager vorbei.

Auf etwa 750 Hektar findet in Pulheim ein genau auf den Feldhamster abgestimmter Anbau statt: Nach der Getreideernte lassen die Landwirte unter anderem auf den Feldern lange die Stoppel stehen und verzichten auf einen Teil ihrer Ernte. Diese stehenbleibenden Streifen bieten Schutz und Nahrung.