Immer mehr Tätigkeiten in Berufen durch Computer ersetzbar

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Düsseldorf (dpa/lnw) – Immer mehr Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen geraten durch Fortschritte der Computertechnik in Gefahr. Das ergab eine Untersuchung, die die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Mittwoch in Düsseldorf veröffentlichten. Zwischen 2013 und 2019 seien immer mehr Tätigkeiten von Berufen durch neue Technologien oder Algorithmen ersetzbar geworden.

Besonders bei Fertigungsberufen gebe es mit knapp 85 Prozent ersetzbarer Tätigkeiten ein sehr hohes Potenzial in Nordrhein-Westfalen, Menschen durch Computer auszutauschen, sagte IAB-Forscher Frank Bauer. Auch Arbeitnehmer in fertigungstechnischen Berufen (73 Prozent ersetzbare Tätigkeiten) oder in der Unternehmungsführung- und Organisation (64,3 Prozent ersetzbare Tätigkeiten) drohe ein solches Schicksal. Dabei bezieht sich das IAB nur auf die technische Machbarkeit. Rechtliche, ethische oder preisliche Hürden würden nicht miteinbezogen, sagte Bauer.

Mit Blick auf die nächsten Jahre dürften in Nordrhein-Westfalen vor allem Arbeitsplätze im Groß- und Einzelhandel sowie in der Metallerzeugung abgebaut werden, prognostizierten die Experten. Auch im Bau- und dem übrig Verarbeitenden Gewerbe werde die Beschäftigung abnehmen.

Auf der anderen Seite könnten durch Technologie auch ganz neue Berufe entstehen. Im Zuge des Strukturwandels sei ein stärkerer Fokus auf Ausbildung, Weiterbildung und Umschulung wichtig, sagte Bauer. Mehr Arbeitsplätze werde es künftig bei Unternehmensdienstleistern, in Heimen und im Sozialwesen geben. Auch im Gastgewerbe und im Gesundheitswesen dürfte es bis 2040 mehr Erwerbstätige geben.