Drogen-Bande dank Encrochats geschnappt: Mehrere Festnahmen

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Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug.
Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Kleve (dpa/lnw) – Im Zuge der sogenannten Encrochat-Ermittlungen ist den Ermittlungsbehörden im Kreis Kleve ein Schlag gegen eine Drogenbande gelungen. Nach ersten Festnahmen im Dezember 2021 konzentrierte sich die Arbeit einer Ermittlungsgruppe gegen weitere Encrochat-Teilnehmer. Sie stünden im Verdacht, seit Jahren landesweit und grenzüberschreitend illegale Cannabis-Plantagen zu betreiben und mit großen Mengen illegaler Betäubungsmittel zu handeln, teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizei in Kleve am Dienstag mit.

Mehrere Indoor-Cannabis-Plantagen in Deutschland und den Niederlanden konnten gefunden werden. Aktuell gab es sieben Plantagen im Kreis Kleve und eine Cannabis-Plantage im Kreis Gütersloh. Am Dienstag seien landesweit 17 Objekte durchsucht und vier Personen aufgrund von Haftbefehlen festgenommen worden. Weitere zehn Verdächtige sollen am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

In den gefundenen Plantagen beschlagnahmten die Beamtinnen und Beamten etwa 1400 Marihuana-Pflanzen, rund 27 Kilogramm verkaufsfertiges Marihuana und kleine Mengen anderer illegaler Drogen. In den Niederlanden seien bei den Hauptbeschuldigten insgesamt vier scharfe Schusswaffen, große Bargeldmengen und ebenfalls erhebliche Mengen Marihuana sichergestellt worden, hieß es weiter.

Encrochat war bis Ende 2020 ein Anbieter von verschlüsselter Kommunikationstechnik, der seinen Kunden modifizierte Smartphones zur Verfügung stellte, die auch für kriminelle Machenschaften benutzt wurden. Durch die Entschlüsselung des Chat-Dienstes durch die französische und niederländische Polizei waren europaweit Tatverdächtige in den Fokus von Ermittlungen geraten.