NRW bei zweiter Boosterimpfung mit vorn: Viele Fragen

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Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums zieht eine Spritze mit einem Corona-Impfstoff auf.
Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums zieht eine Spritze mit einem Corona-Impfstoff auf. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Knapp 1,4 Millionen vorwiegend ältere Menschen in Nordrhein-Westfalen haben bisher eine zweite Auffrischungsimpfung gegen Corona erhalten. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor, auf die die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein am Dienstag verwies. Demnach liegt NRW bei der zweiten Boosterimpfung mit der Quote von 7,7 Prozent bezogen auf die Gesamtbevölkerung im Vergleich der Bundesländer auf Platz 2 hinter Bremen (8,4 Prozent).

In Deutschland wird die vierte Dosis derzeit für Menschen ab 70 Jahren sowie für Menschen mit Risikofaktoren wie Immundefekten empfohlen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte Ende März erklärt, dass er für eine europäische Empfehlung für die vierte Dosis bereits ab 60 Jahren werben will. Laut KV steht die Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur zur vierten Impfung noch aus.

Nach Daten der KV Nordrhein bestimmen die zweiten Boosterimpfungen inzwischen das Impfgeschehen gegen Corona in den Arztpraxen. Das Verhältnis zwischen Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen in den Praxen der Region betrug demnach in der vergangenen Woche 2 zu 5 zu 93 Prozent. Und rund 50.000 der 59.000 Boosterimpfungen in der vergangenen Woche seien eine Zweitboosterimpfungen gewesen.

In der höchsten Altersgruppe der RKI-Statistik, den Menschen über 60 Jahre, hätten in NRW rund 23 Prozent eine zweite Auffrischungsimpfung bislang schon erhalten. «Das kommt also genau bei denen an, für die es empfohlen wird», sagte Miguel Tamayo, Abteilungsleiter für Datenanalyse und Gesundheitspolitik in NRW der KV Nordrhein.

Er verwies auch darauf, dass im Moment noch kein auf die Omikron-Variante angepasster Impfstoff zur Verfügung stehe und auch noch nicht absehbar sei, welche Corona-Variante im Herbst bei einem zu erwartenden erneuten Anstieg der Infektionen vorherrschen werde.

Häufig werde die Frage gestellt, wann denn der richtige Zeitpunkt für die zweite Boosterimpfung sei. «Wir wissen, der Schutz nimmt dann zu auch bei den Älteren, das ist nachgewiesen. Er nimmt dann aber auch relativ schnell wieder ab. Also lasse ich mich dann jetzt impfen und wenn im Herbst die Welle kommt, ist mein zweiter Booster schon etwas länger zurück? Also da gibt es noch keine eindeutige Aussage», sagte Tamayo.

Die KV Nordrhein geht davon aus, dass die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung für eine zweite Boosterimpfung auf die Altersgruppe ab 60 Jahre erweitern wird. Ziemlich eindeutig ist die Studienlage laut der KV bei Personen unter 60 Jahren, für die sich eine vierte Impfung zum jetzigen Zeitpunkt wissenschaftlich nicht begründen lasse.