Sonne, Spannung, Stimmabgabe: Wüst und Kutschaty gut gelaunt

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Hendrik Wüst steht im Wahllokal nach der Abgabe seines Stimmzettels.
Hendrik Wüst steht im Wahllokal nach der Abgabe seines Stimmzettels. Foto: Guido Kirchner/dpa

Rhede/Essen/Düsseldorf/Bonn (dpa/lnw) – Amtsinhaber Hendrik Wüst schob symbolträchtig den Kinderwagen mit der kleinen Philippa vor sich her, sein Herausforderer Thomas Kutschaty kam leger mit Ehefrau Christina zur Wahlurne. Die beiden Spitzenkandidaten und größten Kontrahenten der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen versprühten bei schönstem Frühlingswetter wenige Stunden vor dem Showdown Zuversicht und gute Laune. «Uns geht es prima. Es ist ein wunderbarer Tag in Nordrhein-Westfalen, wunderbares Wetter. Es ist ein toller Tag, um wählen zu gehen», sagt Wüst lächelnd, nachdem er in seinem Heimatstadt Rhede im Münsterland mit Ehefrau Katharina gegen 10.30 Uhr sein Kreuzchen gemacht hatte. Von all dem Trubel zeigte sich das einjährige Töchterchen Philippa recht unbeeindruckt.

Sogar für kleine Scherze war bei der Stimmabgabe der Politiker noch Platz. In Anspielung auf den Wahlzettel-Falt-Fauxpas des ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes, Armin Laschet (CDU), bei der Bundestagswahl im vergangenen Herbst, meint Kutschaty in Essen: «Der ist aber schwer zu falten, dass keiner was sehen kann.» Auch Wüst erinnert sich offenbar daran, dass sein Vorgänger und Parteikollege so seine Problemchen mit dem korrekten Falten des Wahlzettels gehabt hatte. Seinerzeit war beim Einwurf des Wahlzettels in die Urne zu sehen gewesen, dass Laschet – selbstverständlich – seine Kreuze bei der CDU gemacht hatte.

Das könne jetzt dauern, soll Wüst in der Wahlkabine gemurmelt und nach einem Umschlag gefragt haben. Und auf die Hinweis, er müsse den Zettel «schon richtig falten», habe der 46 Jahre alte Jurist mit einem Lachen reagiert. Nach kurze Statement verabschiedet sich Wüst dann von den Medienvertretern für ein paar Stunden. «Wir werden zu Hause sein und ein bisschen auf Familie machen. Also, schönen Sonntag noch, tschüss.» Am Nachmittag wollte Wüst nach Düsseldorf aufbrechen.

Auch SPD-Spitzenkandidat Kutaschaty verbrachte den Nachmittag im Familienkreis, bevor er rechtzeitig vor Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr in der Landeshauptstadt sein wollte. Die Kinder hatten sich zum Essen angesagt. Flammkuchen mit grünem Salat aus dem eigenen Garten stand auf dem Speiseplan. Zuvor hatte er noch eine Liebeserklärung auf Twitter abgesetzt: «Heute darf ich hier, mit der Frau, die ich liebe, das #NRWvonMorgen wählen.»

Während AfD-Mann Markus Wagner per Brief abgestimmt hatte, schritten auch Grünen-Spitzenkandidatin Mona Neubaur und FDP-Familienminister Joachim Stamp an ihren Wohnorten zur Tat: Die 44 Jahre alte Neubaur gab am späten Vormittag ihr Votum in einem Wahllokal in Düsseldorf-Pempelfort ab – und hoffte ebenso auf ein gutes Ergebnis wie Stamp. Der Familienminister wählte als letzter der Spitzenkandidaten im Bonner Stadtteil Röttgen – dem Vernehmen nach ohne Probleme beim Falten des Wahlzettels.