Bluthochdruck: Frühzeitig erkennen und behandeln

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Bluthochdruck ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Foto: Pixabay

Velbert. Das Helios-Klinikum Niederberg informiert über die Ursachen und die Behandlung von Bluthochdruck. Anlass ist der Welt-Hypertonie-Tag.

„Studien des Robert Koch-Instituts zeigen, dass etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung zu hohen Blutdruck hat, von dem jedoch nur die Hälfte erfolgreich behandelt ist. Der Rest weiß es entweder nicht oder lässt sich nicht adäquat behandeln“, informiert das Helios-Klinikum Velbert.

„Einen zu hohen Blutdruck spüren sie nicht! Es bereitet ihnen zunächst erst mal keine Schmerzen oder merkliche körperliche Beschwerden, worunter die Therapietreue der Patienten leidet“, erklärt Dr. Lars Bansemir, Chefarzt der Kardiologie, Angiologie und Diabetologie. Das habe meist schwerwiegende Folgen, denn zu hoher Blutdruck schädige auf Dauer die Gefäße und damit alle Organe des Körpers, allen voran das Herz, die Herzkranzgefäße, das Gehirn und die Nieren. Neben dem erhöhten Schlaganfallrisiko könnten Mikroinfarkte im Gehirn auch die Entstehung einer Demenz begünstigen, so der Chefarzt weiter. Eine nicht seltene Folge sei bei Männern auch Impotenz.

„Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollte der Blutdruck regelmäßig, zum Beispiel beim Hausarzt kontrolliert und bei erhöhten Werten unter ärztlicher Kontrolle behandelt werden“, erklärt Dr. Bansemir. Denn: „Wenn aufgrund eines längerfristigen Bluthochdrucks die Herzwanddicke zunimmt oder die Dichtigkeit der Herzklappen gestört ist, führt dies unbehandelt zur Entwicklung einer chronischen Herzschwäche und letztlich reduzierten Lebenserwartung.“

Reguliert werde der Blutdruck im menschlichen Körper über ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen, Organen, Neurotransmittern und dem Nervensystem. Warum es zum Bluthochdruck kommt, sei hinsichtlich der organischen Ursachen nicht eindeutig geklärt, so der Chefarzt. Aber es gebe verschiedene Faktoren, die die Entstehung von Bluthochdruck erwiesenermaßen begünstigten. „Dazu zählen im Wesentlichen Bewegungsmangel, Stress und Übergewicht, aber auch genetische Veranlagung – vor allem, wenn der Bluthochdruck im vorangeschrittenen Lebensalter auftritt. Rauchen, erhöhte Cholesterinwerte und Diabetes lösen per se keinen Bluthochdruck aus, wirken dabei aber wie Brandbeschleuniger“, erklärt Dr. Lars Bansemir.

„Die regelmäßige Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten und die langfristige Veränderung des Lebensstils sind von entscheidender Bedeutung, um die genannten Organschäden zu verhindern. Mehr Bewegung und Gewichtsreduktion wirken sich hier immer positiv aus und die Medikation lässt sich in vielen Fällen deutlich reduzieren“, so Dr. Lars Bansemir.

Bedeutung der Nieren bei Hypertonie

Bei einer erkrankten Niere kann auch bei jungen Menschen schon Bluthochdruck entstehen. Warum dem Organ bei der Entstehung der Hypertonie eine besondere Bedeutung zukommt erklärt Helios wie folgt: „In den Nebennieren wird das Stresshormon Adrenalin produziert. Außerdem steuert die Niere über verschiedene Hormone auch den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt im Körper sowie die Verengung und Erweiterung von Blutgefäßen. Durch eine Drüsenfunktionsstörung oder eine Nierenerkrankung kann deshalb auch bei jüngeren, fitten Patienten ein Bluthochdruck entstehen. Bei Frauen kann auch die Einnahme von Hormonen unter Umständen der Übeltäter sein, da sie eine ähnliche Wirkung entfalten können.“