Quarantäne: Gericht verhandelt über Lohn-Entschädigungen

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Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Münster (dpa/lnw) – Im Streit um vom Land abgelehnte Entschädigungszahlungen nach Betriebsstilllegungen in der Fleischindustrie verhandelt das Verwaltungsgericht Münster am Donnerstag (9.00 Uhr) zwei Fälle. In der Corona-Pandemie hatten die Behörden wegen hoher Infektionszahlen bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück und Westfleisch in Coesfeld Mitarbeiter in Quarantäne geschickt. Die Betroffenen waren in vielen Fällen bei Subunternehmen angestellt und beantragten anschließend Entschädigung für die ausgefallenen Lohnfortzahlungen. Das Land lehnte aber ab und warf den Unternehmen eine Mitschuld an den Corona-Infektionen vor. In der Folge liefen beim Verwaltungsgericht Minden und Münster rund 7000 Klagen auf.

Das Gericht in Minden hatte im Januar 2022 erste Musterverfahren entschieden und das Land zur Zahlung verpflichtet. Rechtskräftig sind die Entscheidungen noch nicht. Das Land zog vor das Oberverwaltungsgericht (OVG). Das Verwaltungsgericht Münster verhandelt jetzt Musterverfahren für seinen Gerichtsbezirk und will voraussichtlich noch am Donnerstag die Urteile verkünden.