Sturm fegt über NRW: Südlich von Aachen «extreme Unwetter»

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Blitze entladen sich während eines Gewitters.
Blitze entladen sich während eines Gewitters. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Mit Blitz, Donner und heftigem Regen ist am Freitagnachmittag das mit Sorge erwartete Unwetter über Nordrhein-Westfalen gezogen. Dabei liefen Keller voll Wasser, viele Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Massivere Schäden wurden bis gegen 16.30 Uhr nicht bekannt, wie eine Sprecherin des Lagezentrums im Innenministerium sagte.

Besonders heftig fiel der Sturm in der Eifel im äußersten Südwesten an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz aus: Dort meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Nachmittag die höchste Warnstufe 4 – «extremes Unwetter». Zuvor hatte der DWD bereits amtliche Unwetterwarnungen für die südwestlichen Gebiete Nordrhein-Westfalens – einem Streifen von Aachen bis zum Ruhrgebiet – herausgegeben. Größere Einsätze meldeten die Einsatzkräfte dort aber zunächst nicht.

Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller meldete am Nachmittag die Feuerwehr Neuss. Die Stadt Krefeld räumte wie schon am Vortag vorsorglich eine Unterkunft mit Leichtbauhallen für Geflüchtete aus der Ukraine, wie die «Westdeutsche Zeitung» berichtete.

In Erkelenz am Niederrhein wurde ein Musikfestival abgebrochen, weil die Organisatoren Sorge hatten, dass Bauzäune oder Planen durch den heftigen Wind durch die Luft wirbeln könnten. Die Besucher hätten aber vor ihren Autos mit Regenponchos weitergefeiert, berichtete der WDR.

Am Düsseldorfer Flughafen wurde wegen des Sturms von 15.11 bis 15.37 Uhr die Abfertigung der Koffer auf dem Flugfeld unterbrochen, wie ein Sprecher mitteilte. Das habe aber keine größeren Auswirkungen gehabt, Flüge mussten nicht umgeleitet werden. «Die Maschinen fliegen planmäßig.»

Wegen der Warnungen des Deutsche Wetterdienstes (DWD) vor Gewitter mit schweren Sturm- und Orkanböen, Starkregen und Hagel hatten viele Schulen am Freitag den Unterricht früher beendet. So sollten die Schülerinnen und Schüler gefahrlos nach Hause kommen. Die für Freitag angesetzten Abitur-Nachschreibklausuren und Prüfungen an den Berufskollegs sollte es laut Schulministerium aber wie geplant geben.

In Bad Münstereifel fiel die geplante Dankfeier für Helfer der Flutkatastrophe mit Kardinal Rainer Maria Woelki aus. In Köln wurden unter anderem der Zoo und der Forstbotanische Garten geschlossen, auch die Friedhöfe sollten ab dem Nachmittag für Besucherinnen und Besucher zu bleiben. Es könnten Bäume umstürzen oder Äste abbrechen, teilte die Stadt mit. Auch der Dortmunder Zoo blieb geschlossen.

Innenminister Reul appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, die Warnungen des DWD sehr ernst zu nehmen. Die Menschen sollten sich über Warn-Apps wie «Nina» und «DWD Warnwetter» informieren. Zudem sollten sie auf Sirenenalarm sowie Radio- und Lautsprecherdurchsagen achten. Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen! Gehen Sie nicht in Keller oder tiefer gelegene Geschosse», sagte Reul.