Rudi Völler besucht das Azteken-Stadion

9
Rudi Völler hält ein Trikot mit seinem Namen bei einem Besuch des Aztekenstadions.
Rudi Völler hält ein Trikot mit seinem Namen bei einem Besuch des Aztekenstadions. Foto: Holger Schmidt/dpa

Mexiko-Stadt (dpa/lnw) – Rudi Völlers Augen leuchten, als er den heiligen Rasen betritt. Langsam wandern sie über die steilen Tribünen des Aztekenstadions. Und man merkt, wie die Erinnerungen in seinem Kopf rattern. «Wie kann man dieses Stadion nicht lieben», fragt die deutsche Fußball-Ikone: «Das ist mein absolutes Lieblingsstadion. Auf der ganzen Welt.»

1986 hat Völler hier trotz eines Tores und einer Vorlage das WM-Finale gegen Argentinien mit 2:3 verloren, zehn Jahre später machte er auf einer Mexiko-Reise mit Bayer Leverkusen noch nach dem offiziellen Abschiedsspiel sein allerletztes Spiel der Profi-Karriere. Nun ist er, zum Ende seiner mehr als zwei Jahrzehnte als Sport-Funktionär in Leverkusen, zurückgekehrt. Und er hat sich jedes Detail von damals eingeprägt. «Die Bänke waren damals auf der anderen Seite», erkennt er sofort: «Und der Würfel unter dem Dach ist nicht mehr da.»

Dem Dutzend Begleiter, die an diesem Tag dabei sind, zeigt er viele Dinge stolz, als sei es sein eigener Garten. «Schaut mal, wie dicht der Rasen ist», sagt der Weltmeister von 1990. Und: «Man wirft keinen Schatten, weil die Sonne steil steht. Und das WM-Finale war damals noch sechs Wochen später. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie heiß es war? Und das auf dieser Höhe.» Mexiko-Stadt liegt rund 2200 Meter hoch.

Später geht Völler noch in die Kabine. «Aber das ist nicht die von damals», insistiert er. Er steht im Umkleideraum des heimischen Club America, Deutschland war vor 36 Jahren aber offiziell der Gast. Geduldig beantwortet er alle Fragen. Nur als ihn ein mexikanisches TV-Team bittet, «Mexico mi amor» anzustimmen, das WM-Lied der Nationalmannschaft 1986 mit Peter Alexander, sagt er nein. «Ich bin Fußballer geworden, weil ich nicht singen und tanzen kann», sagt er lachend. Und fügt mit Blick auf das legendäre TV-Interview mit Waldemar Hartmann an: «Außer, wenn ich drei Weizenbier habe.»