Mutter lässt neugeborenes Mädchen sterben: Haftstrafe

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Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Duisburg (dpa/lnw) – Das Duisburger Landgericht hat eine 24-jährige Frau wegen Totschlags durch Unterlassen zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Deutsche hatte im Oktober 2021 heimlich ein Mädchen zur Welt gebracht, soll ihm aber unmittelbar nach der Geburt jede Hilfe verweigert haben. Das Kind war schließlich in der Toilettenschüssel in der Wohnung der Eltern ihres damaligen Freundes in Hamminkeln erstickt.

Die Angeklagte hatte im Prozess erklärt, sie sei nach der schmerzhaften Geburt aufgrund von Kreislaufproblemen nicht in der Lage gewesen, das Kind aus der Toilette zu heben. Der Vorsitzende Richter sagte jedoch in der Urteilsbegründung: «Ein Griff in die Toilette hätte gereicht und das Kind hätte überlebt.»

Mit dem Urteil ging das Duisburger Landgericht am Mittwoch ein Jahr über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Die Verteidigerin der Angeklagten hatte für ihre Mandantin einen Freispruch beantragt.