Sprengung der Rahmede-Talbrücke: Check der Gebäude vor Ort

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Die marode Talbrücke Rahmede auf der Autobahn 45 bei Lüdenscheid.
Die marode Talbrücke Rahmede auf der Autobahn 45 bei Lüdenscheid. Foto: Dieter Menne/dpa/Archivbild

Lüdenscheid (dpa/lnw) – Vor der geplanten Sprengung der maroden Autobahnbrücke Rahmede an der wichtigen A45 bei Lüdenscheid sollen Gebäude, Straßen und Kanäle im engeren Umfeld überprüft werden. Rund sechs Monate nach der Vollsperrung des Abschnitts auf der sogenannten Sauerlandlinie werden 40 Wohn- und Nebengebäude sowie Firmen im Radius vom 300 Metern um die Talbrücke auf ihren Zustand von innen und außen untersucht, teilte die Westfalen-Niederlassung der Autobahn GmbH am Freitag mit.

Mit dieser «Beweissicherung» seien Sachverständige beauftragt worden, die in den nächsten Wochen Wände, Dächer, Stützmauern und Zäune begutachten sollten. Knapp außerhalb des betroffenen Radius liege die neugotische Kirche Oberrahmede, die unter Denkmalschutz stehe und mitsamt Pfarrhaus in die Liste der zu begutachtenden Gebäude aufgenommen worden sei. Die Kirche weise aus Sicht der Fachleute eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Erschütterungen auf und gelte wegen ihrer historischen Bedeutung als «besonders erhaltenswert».

Es sei nicht davon auszugehen, dass durch die Sprengung im nahen Brückenumfeld «weitreichende» Schäden entstehen, hieß es. Das Bauwerk werde in ein sogenanntes Fallbett stürzen, das Erschütterungen weitgehend auffange. Dennoch: Die Kirche und alle Gebäude würden von den Gutachtern zweimal erfasst – also vor und nach der Sprengung. Nur so könne im Schadensfall ein möglicher Zusammenhang hergestellt werden.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte eine Sprengung noch in diesem Jahr zugesagt. Bisher wurde aber noch kein Termin genannt. Seit Anfang Dezember ist die Brücke gesperrt und damit eine deutschlandweit zentrale Nord-Süd-Achse unterbrochen. In einem beschleunigten Verfahren soll eine neue Talbrücke entstehen – die Westfalen-Niederlassung der Autobahn GmbH veranschlagt dafür rund fünf Jahre. Infolge der Sperrung und des Umleitungsverkehrs klagen die regionale Wirtschaft und viele Bewohner vor allem in Lüdenscheid über schwere Belastungen.