14-Jähriger stirbt bei Routine-OP: Gutachter sagen aus

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Eine Strafgesetzbuch liegt in einem Sitzungssaal.
Eine Strafgesetzbuch liegt in einem Sitzungssaal. Foto: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Gütersloh (dpa) – Im Prozess um den Tod eines 14-Jährigen bei einer Routine-Operation sagen heute am Amtsgericht Gütersloh zwei Gutachter aus. Die Anklage wirft dem Narkosearzt fahrlässige Tötung vor. Der 47-Jährige soll es versäumt haben, ein Gerät für die Sauerstoffversorgung zu kontrollieren.

Der Jugendliche blieb im November 2018 knapp 12 Minuten ohne lebenswichtigen Sauerstoff, musste reanimiert werden und starb später in einem Krankenhaus in Bielefeld. Zuvor hatte eine OP-Schwester Schläuche falsch angeschlossen.

Am ersten Prozesstag am 20. Mai 2022 hatte der Assistenzarzt (47) die fehlenden Checks in dem Krankenhaus in Gütersloh eingeräumt, aber ausgesagt, dass er von der Vorschrift nichts gewusst habe. Bei fahrlässiger Tötung sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Mehrere Zeugen, darunter OP-Helfer und mehrere Ärzte, äußerten sich bei der rund siebenstündigen mündlichen Verhandlung am ersten Prozesstag durchaus unterschiedlich zu der Frage, wie die tägliche Praxis bei den Vorschriften im Umgang mit dem Beatmungsgerät bis zu dem Unglück aussah. Am zweiten Verhandlungstag haben zwei Gutachter das Wort. Beide sind erfahrene Anästhesisten.