Oettinger-Brauerei verkleinert Mehrwegabfüllung

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Mönchengladbach/Oettingen (dpa/lnw) – Die Privatbrauerei Oettinger legt angesichts von anhaltenden Absatzrückgängen in Deutschland Mehrweganlagen an mehreren Standorten still. Das betrifft auch den nordrhein-westfälischen Standort in Mönchengladbach, wo eine von zwei Anlagen zur Abfüllung in Mehrwegflaschen stillgelegt werde, teilte Oettinger auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit. Auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am NRW-Standort habe das aber keine einschneidenden Auswirkungen, sagte Brauerei-Chefin Pia Kollmar. Dort sollen zugleich die Kapazitäten für Dosenbier ausgeweitet werden.

Die Oettinger-Brauerei hatte am Tag zuvor bekanntgeben, dass sie zum Jahresende 2022 Produktion und Logistik an ihren Standort im thüringischen Gotha schließt. Teile der Produktionskapazitäten und -anlagen würden auf die drei anderen Brauerei-Standorte der Unternehmensgruppe in Deutschland verlagert, hatte die Brauerei mit Sitz in Oettingen im Landkreis Donau-Ries am Mittwoch mitgeteilt.

Das Stilllegen einiger Mehrweganlagen geschehe natürlich nicht, um die eigene Marke zu schwächen, betonte Kollmar. «Der Bierabsatz in Deutschland insgesamt und damit auch der Absatz unserer Marke Original Oettinger ist in den vergangenen Jahren leider kontinuierlich gesunken, wodurch unsere Mehrweganlagen nicht mehr ausgelastet sind», erklärte sie zu den Umstrukturierungen des schwäbischen Familienunternehmens, die mehrere Standorte betreffen.

Mehrweganlagen zu betreiben, die keine ausreichende Auslastung haben, sei wirtschaftlich nicht tragbar. «Indem wir die Mehrwegkapazität verringern, passen wir uns nun fast schon überfällig den Marktgegebenheiten an», erläuterte Kollmar. Bier in der klassischen Mehrwegflasche bleibe aber Kern der Unternehmensaktivitäten, unterstrich Kollmar. Die Dosenkapazität insgesamt erhöhe sich durch die Umstruktierungen nicht. In Oettingen werde die älteste Mehrweganlage durch eine moderne Anlage ersetzt.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sieht die Entwicklung mit Sorge. Zwar sei nach Auskunft des Unternehmens kein Personalabbau an dem Standort Mönchengladbach vorgesehen. «Wir sind aber skeptisch, ob das Konzept schlüssig ist und erfolgreich sein wird», sagte NRW-Landesbezirkschef Mohamed Boudih am Donnerstag der dpa mit Blick auf die Rolle von Dosenbier und Bierexporten. Einen generellen Trend für die gesamte deutsche Braubranche sieht er in den Unternehmensentscheidungen von Oettinger nicht.