Rebstöcke im Ruhrgebiet: Neuer Weinberg geplant

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Zahlreiche Rebzeilen sind an einem Hang in einem Weinbaugebiet zu sehen.
Zahlreiche Rebzeilen sind an einem Hang in einem Weinbaugebiet zu sehen. Foto: Matthias Balk/dpa/Symbolbild

Dortmund/Castrop-Rauxel (dpa/lnw) – Das Ruhrgebiet als Weinregion: In Castrop-Rauxel an der lange massiv verschmutzten Emscher planen die Kommunen nach der Sanierung des Flusses einen neuen großen Weinberg. Noch in diesem Jahr sollten die ersten Rebstöcke angepflanzt werden, teilte die Emschergenossenschaft am Freitag mit. Insgesamt seien bis zu 9000 Reben geplant.

Die 85 Kilometer lange Emscher hatte mehr als 150 Jahre lang die Fäkalien von gut zwei Millionen Menschen im Ruhrgebiet und viele Industrieabfälle aufnehmen müssen, bis sie seit Anfang der 1990er Jahre mit einem riesigen unterirdischen Abwasserkanalsystem von der Schmutzfracht befreit wurde. Im vergangenen Jahr war das Milliardenprojekt fertiggestellt worden.

Am Phoenix-See in Dortmund, an dessen Nordufer die neue Emscher vorbeifließt, ist bereits vor zehn Jahren ein Weinberg angelegt worden. Dieser erste Emscher-Wein, ein Weißwein, werde bereits seit 2015 verkostet; er habe sich bestens entwickelt, sagte der Chef der Emschergenossenschaft, Uli Paetzel laut Mitteilung am Freitag.

Seit 2018 gibt es bereits einen weiteren Weinberg an einem renaturierten Bach in Dortmund-Barop, den Bürger gemeinsam pflegen. «Wenn wir an den Ufern eines Flusses, der 170 Jahre lang als Industrie-Kloake dienen musste, Wein anbauen können, dann ist hier im Ruhrgebiet noch vieles mehr möglich», sagte Paetzel.

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen. Der neue Weinberg soll im Rahmen eines Natur- und Erlebnisparks zusammen mit den angrenzenden Städten und dem Regionalverband RVR entstehen.