Polizei kontrolliert Personen nach FIFA-kritischem Banner

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Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug.
Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Mönchengladbach (dpa) – Nach der Präsentation eines FIFA-kritischen Plakats beim Nations-League-Spiel von Deutschland gegen Italien (5:2) hat es am Dienstagabend einen Polizeieinsatz gegeben. Rund 15 Personen, die kurz nach Anpfiff des Fußball-Klassikers in Mönchengladbach das Banner mit der Aufschrift «15.000 Tote für große Kulissen – FIFA und Co. ohne Gewissen!» gezeigt hatten, sollen direkt im Anschluss daran den Block und das Stadion hastig verlassen haben. «Es bestand dabei der Verdacht, gegen das Hausrecht verstoßen zu haben», sagte ein Sprecher der Polizei Mönchengladbach der Deutschen Presse-Agentur.

Demnach habe es nach der Protest-Aktion gegen die umstrittene WM Ende des Jahres in Katar eine Kommunikation zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und der Polizei gegeben. Polizeibeamte stießen wenig später auf die Personengruppe und setzten sie fest, um die Personalien aufzunehmen. «Das geschah ausdrücklich nicht zur Strafverfolgung. Das Zeigen des Plakats ist durch die freie Meinungsäußerung gedeckt», sagte der Polizeisprecher. Vielmehr sei es um «den Schutz der Rechte Dritter» gegangen.

Der DFB habe aber nach einer weiteren Rücksprache darauf verzichtet, rechtliche Schritte einzulegen. Ob die Personen unrechtmäßig ins Stadion gelangt sind, ist unklar. Dass sie von der Polizei aufgegriffen und festgesetzt wurden, hatten in den Sozialen Medien für reichlich Kritik und Unverständnis gesorgt.