Bischofsgruft im Dom zu Münster nach Missbrauchsstudie zu

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Nach der Pressekonferenz zur Vorstellung der Studienergebnisse zum Missbrauch im Bistum Münster, steht das Buch neben Felix Genn, Bischof von Münster.
Nach der Pressekonferenz zur Vorstellung der Studienergebnisse zum Missbrauch im Bistum Münster, steht das Buch neben Felix Genn, Bischof von Münster. Foto: Guido Kirchner/dpa

Münster (dpa/lnw) – Nach der Veröffentlichung einer Missbrauchsstudie hat das Bistum Münster die Bischofsgruft im St. Paulus-Dom geschlossen. Drei der dort bestatteten Bischöfe wird in der Studie Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. «Derzeit ist ein Besuch der Südturmkapelle sowie der Grablege nicht möglich», heißt es auf einem vom Dompropst unterzeichneten Schild am Zugang zur Gruft. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Der jetzige Bischof von Münster, Felix Genn, will sich am Freitag erstmals zu der Studie äußern, die ein Forscherteam der Uni Münster am Montag vorgestellt hatte. Demnach gab es zwischen 1945 und 2020 im Bistum mindestens 196 Kleriker als Täter und 610 minderjährige Opfer von sexuellem Missbrauch. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Die Forscher gehen von 5000 bis 6000 Opfern aus.