NRW-Grüne suchen neue Führung: Zwei wollen kandidieren

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Das Logo der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen im Deutschen Bundestag.
Das Logo der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen im Deutschen Bundestag. Foto: Michael Kappeler/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Eine Woche vor der geplanten Wahl einer neuen Doppelspitze der NRW-Grünen haben ein Landtagsabgeordneter und eine Kommunalpolitikerin ihr Interesse an den Spitzenposten angemeldet. Bisher seien zwei Kandidaturen für den Landesvorsitz bekannt, berichtete ein Sprecher der Landespartei am Samstag auf Anfrage. Es handelt sich um den gerade frisch in den Düsseldorfer Landtag gewählten Tim Achtermeyer (28) aus Bonn und die Wuppertaler Fraktionschefin Yazgülü Zeybek, wie auch die «Westdeutsche Zeitung» und der Bonner «General-Anzeiger» berichteten.

Bei einem Parteitag am 25. und 26. Juni in Bielefeld soll ein neues Spitzenduo gewählt werden. Die amtierenden Vorsitzenden Mona Neubaur und Felix Banaszak hatten am Mittwoch in persönlichen Erklärungen für die Parteibasis angekündigt, dass sie nicht mehr antreten. Neubaur (44) leitet zusammen mit CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst die Koalitionsverhandlungen für das erste schwarz-grüne Regierungsbündnis in NRW. Sie wird als künftige Landeswirtschafts- und Klimaschutzministerin gehandelt. Banaszak (32) war 2021 in den Bundestag gewählt worden. Dort sieht er seinen Platz für die nächsten Jahre.

Achtermeyer ist Grünen-Ratsfraktionschef in Bonn. Er war im Mai über einen Listenplatz in den Landtag eingezogen. Er stehe für eine Politik, «die dazu einlädt, mit uns gemeinsam die Zukunft zu gestalten», zitierte ihn der «General-Anzeiger». Er bringe Leidenschaft und Erfahrung als bisheriger Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender in unterschiedlichen kommunalen Koalitionen oder als Sprecher der Grünen Jugend mit. Zeybek würde als Landesvorsitzende laut «Westdeutsche Zeitung» auch ihre kommunalpolitischen Erfahrungen einbringen wollen. Bei den Koalitionsverhandlungen spielt sie dem Bericht zufolge eine aktive Rolle.

Bei den NRW-Grünen gilt eine weitgehende Trennung von Amt und Mandat. Nur ein Drittel der Mitglieder des Landesvorstands dürfen auch Abgeordnete im Bundestag, Landtag oder Europaparlament sein. Parteichefs dürfen zudem keine Regierungsmitglieder in Bund, Land oder der EU-Kommission sein.