Hospiz-Arbeit in Wülfrath: „Wir schenken Zeit“

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Die Hospizgruppe Wülfrath hat eine neue Koordinatorin: Vorsitzende Gudrun Sieg-Küster, Christa Kruppe und Dr. Petra Rosen-Edwards haben Nadja Weber vorgestellt. Es fehlt Beate Krüger wegen Krankheit. Foto: Kling

Wülfrath. Die Hospizgruppe Wülfrath hat mit Nadja Weber eine neue Koordinatorin. Sie löst Beate Krüger ab, die in den Ruhestand geht.

Seit 2002 gibt es die Hospizgruppe Wülfrath, die im Jahr 2010 ein eingetragener Verein wurde. „Aber viele Menschen wissen immer noch nicht, dass wir in Wülfrath eine Hospizgruppe haben“, erzählt Gudrun Sieg-Köster, die Vorsitzende des Vereins.

Die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen ist die Uraufgabe, der sich die Mitglieder der Hospizbewegung stellen. In Wülfrath handelt es sich um eine ambulante Gruppe, das heißt, es gibt kein eigenes Hospiz wie beispielsweise in Velbert, sondern die Helferinnen (es sind fast immer Frauen) gehen zu den Menschen.

Das kann das Zuhause der Schwerkranken sein, ein Pflegeheim oder auch ein Krankenhaus. „Uns ist wichtig, dass die Menschen so sterben können, wie sie möchten“, sagt Nadja Weber.

Zuvor haben die Ehrenamtler an einem Kurs teilgenommen und ihre „Befähigung“ erhalten. Was aber heißt Hospizarbeit in der Praxis? „Wir schenken Zeit“, sagt Vorsitzende Sieg-Köster. „Wir sind bei den Sterbenden.“ Manche hätten gar keine Angehörigen, da sei es „doppelt wichtig, dass einer am Bett sitzt“ und manchmal auch die Hand halte.

Neben der Sterbebegleitung bietet die Hospizgruppe Hilfe für Trauernde an. So gibt es jeden vierten Sonntag im Monat das Trauercafé, auch hier sind die Helfenden für die Trauerbegleitung eigens geschult. Was sie – bei allen Aufgaben – von sich aus mitbringen sollen: Zeit, Geduld, Empathie.

Die Trauerhilfe möchte der Verein in Zukunft ausbauen: So gibt es Ideen für spezielle Trauer-Wanderungen, oder auf dem kommunalen Friedhof könnte beispielsweise eine Trauerbank aufgestellt werden, auf der Trauernde zu bestimmten Zeiten mit einem Mitglied der Hospizgruppe ins Gespräch kommen können.

Elf Jahre lang hat Beate Krüger die Arbeit der Gruppe koordiniert, als hauptamtliche Kraft. Jetzt geht sie in den Ruhestand. Neue Koordinatorin (ebenfalls hauptberuflich) ist Nadja Weber. Sie kann sich auch vorstellen, mit dem Thema Tod und Trauer in Schulen zu gehen, wie es das Bundesprojekt „Hospiz macht Schule“ vorsieht. Denn: „Leben und Tod gehören zusammen“, sagt Nadja Weber. Auch wenn Gudrun Sieg-Köster weiß: „Wenn wir einen Info-Stand haben, gehen auch viele Menschen schnell vorbei, weil sie nichts damit zu tun haben wollen.“

33 ehrenamtliche Helferinnen hat die Hospizgruppe in Wülfrath, dazu kommen zwei Männer. Da aber auch die Hilfskräfte immer älter werden, sind neue Mitglieder willkommen, die mitmachen möchten.

Aber auch Menschen, die Hilfe bei der Begleitung Sterbender oder in Trauerfällen suchen, können sich direkt an den Verein wenden: Telefon (02058) 8987950, E-Mail info@hospiz-wuelfrath.de. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.hospiz-wuelfrath.de.