Straftaten aus offenem Vollzug: Haftstrafen für Angeklagte

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Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel.
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Bonn (dpa) – Das Bonner Landgericht hat am Freitag zwei Angeklagte verurteilt, die während ihrer laufenden Haftzeit unter anderem in 23 Tankstellen eingebrochen waren und drei Geldautomaten gesprengt hatten. Die beiden 30 und 34 Jahre alten Männer waren im Euskirchener Gefängnis im offenen Vollzug. Laut Urteil war es ihnen nach der abendlichen Schließung regelmäßig gelungen, über einen Zaun wieder ins Freie zu gelangen und die Taten zu begehen.

Zwischen November 2020 und Januar 2021 fuhren die Häftlinge – zusammen mit drei weiteren Mittätern – in geliehenen Edelkarossen mit falschen Kennzeichen zu den Tatorten. Bei den Tankstellen-Einbrüchen stahlen sie vor allem Zigaretten und machten eine Gesamtbeute von rund 200 000 Euro. Bei den Automaten-Sprengungen entstand vor allem hoher Sachschaden, Geld erbeuteten sie dort nicht.

Der 30-Jährige hatte vor Gericht ausgesagt, dass es in der JVA regelmäßig Drogenpartys mit Kokain gegeben habe. Um dies zu finanzieren, habe er sich mit anderen zusammen getan und systematisch die Straftaten geplant. Die Richterin bezeichnete die Zustände in der Haftanstalt als «Ganoven-Paradies». Die beiden Angeklagten verurteilte sie zu Haftstrafen von fünf und sieben Jahren. Eine Mitangeklagte erhielt eine Bewährungsstrafe.