Polizei warnt: „Betrugswelle“ im Kreis Mettmann

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Ein Mann steht bei einem Senior vor der Wohnungstür. Foto: Polizei/symbolbild
Ein Mann steht bei einem Senior vor der Wohnungstür. Foto: Polizei/symbolbild

Kreis Mettmann. Vor dem Hintergrund mehrerer aktueller Fälle warnt die Kreispolizeibehörde vor einer „Betrugswelle“. Mehrere Seniorinnen und Senioren seien in den vergangenen Tagen um „sehr hohe Geldsummen und hochwertigen Schmuck“ gebracht worden. 

Wieder haben Betrüger im Kreis Mettmann massiv zugeschlagen. Die Polizei berichtet von mehreren Fällen mit zum Teil hohen Schadenssummen. Jüngst registrierte die Behörde Fälle in Ratingen, Erkrath, Monheim am Rhein und Hilden.

Die Kreispolizeibehörde mahnt zu Vorsicht: „Egal, ob am Telefon, per WhatsApp oder an der Haustüre: Seien Sie stets misstrauisch, wenn sich fremde Personen bei Ihnen melden und nach Geld, Wertgegenständen oder persönlichen Zugangsdaten erkundigen“.

In Zweifelsfälle solle man die Polizei unter der Notrufnummer 110 um Rat fragen. In jedem Fall solle man bei derartigen Vorkommnissen mit Angehörigen oder Nachbarn Rücksprache halten.

Ratingen: Betrug um angeblich lebensrettendes Medikament

Am Freitag, 24. Juni, ist ein 91-Jähriger aus Ratingen von Unbekannten telefonischen kontaktiert worden. Angerufen hatte angeblich eine Ärztin eines Krankenhauses. „Die Betrügerin gab dem 91-Jährigen gegenüber an, dass seine Frau im Sterben liege“, so die Polizei. Ein teures Medikament sei die letzte Rettung – das müssen allerdings privat bezahlt werden. Die Täterin forderte mehrere Zehntausend Euro. Der Ratinger übergab gegen  19 Uhr im Wohngebiet westlich der Metzkausener Straße in Ratingen-Homberg einen Koffer mit Geld. Der Abholer wird laut Polizei wie folgt beschrieben:

  • männlich
  • ca. 40-45 Jahre alt
  • ca. 1,75 bis 1,80 m groß
  • schmale Statur
  • trug einen Mund-Nasen-Schutz und eine Kopfbedeckung

Die Polizei in Ratingen bittet um Hinweise zu dem unbekannten Abholer unter der Nummer 02102 9981 6210.

Angeblich tödlicher Unfall: Erkratherin betrogen

Am Donnerstag ist es in Erkrath zu einem Betrugsfall gekommen. Eine 88-Jährige wurde laut Polizei um hochwertigen Schmuck und Bargeld im Wert von mehreren Zehntausend Euro gebracht. Die Frau habe gegen 15 Uhr einen Anruf von einem vermeintlichen Polizeibeamten erhalten, der behauptete, der Neffe der 88-Jährigen habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht.

„Um eine Haft zu verhindern, sei eine höhere Geldsumme nötig. Durch geschickte Gesprächsführung wurde die Seniorin derartig unter Druck gesetzt, dass sie Bargeld und Schmuck in eine Tasche legte“. Das berichtet die Polizei zu der Masche. Eine Frau holte die Wertsachen an der Anschrift der Seniorin westlich der Bergischen Allee in Erkrath-Hochdahl ab. Zu der bislang unbekannten Frau liegt eine Beschreibung vor:

  • weiblich
  • ca. 30 bis 35 Jahre alt
  • ca. 1,60 m bis 1,65 m groß
  • normale Statur
  • ungepflegtes Erscheinungsbild
  • braune, schulterlange, glatte Haare
  • trug eine blaue Hose und ein pinkes T-Shirt
  • sprach Deutsch

Die Polizei in Erkrath bittet um Hinweise zu der bislang unbekannten Abholerin unter der Nummer 02104 9480-6450.

Monheim: Tresor mit Schmuck gestohlen

Unbekannte Trickbetrüger entwendeten am Samstag aus einem Haus in Monheim am Rhein einen Tresor mit Schmuck im Wert von über Zehntausend Euro. Wie die Polizei weiter berichtet, habe sich die Tat zwischen 13 und 14 Uhr ereignet. Ein Mann klingelte bei einer 78-Jährigen an der Bleer Straße. Der Unbekannte gab vor, ein Erdkabel überprüfen zu müssen und bat die Seniorin mit ihm in den Garten zu gehen.

„Währenddessen stand die Terrassentüre offen, was sich offensichtlich weitere Täter zu Nutze machten“, hieß es. „Nachdem der Mann kurze Zeit später, das Grundstück plötzlich wieder verließ, bemerkte die Seniorin, dass ein Tresor mit Schmuck aus ihrem Haus entwendet worden war“. Den unbekannten Mann konnte die Seniorin laut Polizei sie wie folgt beschreiben:

  • männlich
  • ca. 1,70 m groß
  • sprach Deutsch
  • war komplett in schwarz gekleidet
  • die Oberbekleidung trug einen roten Aufdruck

Wer Hinweise zu dem unbekannten Mann geben kann, wird gebeten, sich unter der Nummer 02173 9594-6350 bei der Polizei in Monheim am Rhein zu melden.

Banking-Betrug in Hilden

Ein 74-jähriger Mann aus Hilden ist am Freitag gegen 15.30 Uhr um Geld gebracht worden. Der Mann habe laut Polizei einen Anruf einer vermeintlichen Bankmitarbeiterin erhalten, die vorgab, Betrüger hätten versucht, mehrere Tausend Euro von dem Konto des Seniors  abzubuchen.

„Sie gab vor, den Mann vor weiteren Betrugsversuchen schützen zu wollen“, berichtet die Polizei. „Mittels geschickter Gesprächsführung brachte die Betrügerin den Mann dazu, sich während des Telefonats in seinen Online-Banking-Account einzuloggen und ihr diverse Zugangsdaten am Telefon durchzugeben“.

Nachdem das Gespräch beendet worden war, bemerkte der Senior, dass eine fünfstellige Geldsumme von seinem Konto abgebucht worden war und erstattete Anzeige bei der Polizei.