Creditreform: Weniger Firmenpleiten in NRW

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Neuss (dpa/lnw) – Die Zahl der Firmenpleiten in Nordrhein-Westfalen ist im ersten Halbjahr trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen durch den Ukraine-Krieg gesunken. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform registrierte im bevölkerungsreichsten Bundesland zwischen Januar und Juni 1520 Unternehmensinsolvenzen, wie sie am Dienstag mitteilte. Das waren 10 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auch die Insolvenzquote – also die Zahl der Firmenpleiten je 10.000 Unternehmen – verringerte sich spürbar. Insgesamt registrierte die Creditreform in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in NRW noch 50 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, wie die Experten am Dienstag mitteilen. Damit lag das Insolvenzgeschehen nur noch geringfügig über dem Bundesdurchschnitt von 48 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

Das bevölkerungsreichste Bundesland hat sich damit im Ländervergleich der Wirtschaftsauskunftei deutlich verbessert. Noch im vergangenen Jahr gehörte NRW mit 62 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen zu den Spitzenreitern. Schlechter schnitten nur Bremen und Berlin ab.

Nun belegte NRW einen Platz im Mittelfeld. Am besten schnitt Bayern mit 36 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen ab, gefolgt von Sachsen (37), Thüringen 39 und Baden-Württemberg (43). NRW belegte unter den 16 Bundesländern Rang 7. Am schlechtesten schnitten erneut Bremen und Berlin mit 77 beziehungsweise 79 Insolvenzen ab. Die unterschiedlichen Insolvenzquoten in den Bundesländern würden nicht zuletzt durch die regionalem Branchenstrukturen beeinflusst, betonten die Experten.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen lag in NRW im 1. Halbjahr mit 8700 um 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Vor einem Jahr hatte eine Änderung des Verbraucherinsolvenzrechts deutliche Erleichterungen für überschuldete Privatpersonen gebracht. Dadurch war die Zahl der Verbraucherinsolvenzen vorübergehend nach oben geschnellt.

Bundesweit sank die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent auf 7300.