Schlag gegen Geldautomaten-Sprenger: 13 Festnahmen

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Die Polizei hat einen Tatort einer Geldautomatensprengung abgesperrt.
Die Polizei hat einen Tatort einer Geldautomatensprengung abgesperrt. Foto: Matthias Balk/dpa/Symbolbild

Osnabrück/Recklinghausen (dpa) – Ein internationales Ermittlerteam ist in mehreren Bundesländern und den Niederlanden gegen Geldautomaten-Sprenger vorgegangen. 13 mutmaßliche Täter seien über einen längeren Zeitraum festgenommen worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die vorerst letzte Festnahme gab es demnach am Dienstag in der Nähe von Helmond in den Niederlanden. Zeitgleich durchsuchten rund 100 Beamte 16 Objekte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Nachbarland.

Den Festnahmen sind monatelange verdeckte Ermittlungen vorausgegangen, die von der Zentralen Kriminalinspektion und der Staatsanwaltschaft in Osnabrück koordiniert wurden. Nach derzeitigen Erkenntnissen stehen 17 Mitglieder einer niederländischen Tätergruppierung im dringenden Verdacht, in unterschiedlicher Zusammensetzung insgesamt zwölf Geldautomaten-Sprengungen in Deutschland verübt zu haben, davon drei in NRW. Den Schaden beziffern die Ermittler auf mehr als vier Million Euro.

In der Nacht zu Mittwoch sprengten Unbekannte einen Geldautomaten in Rösrath bei Köln. Auf einem Zeugenvideo könne man drei Männer sehen, die einen größeren Gegenstand in einen Kombi trugen und Richtung Autobahn 3 flüchteten, teilte die Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis mit. Die Ermittler nehmen an, dass die Unbekannten die Geldkassette des Automaten mitnahmen. An dem Gebäude entstand massiver Sachschaden, zeitweise bestand Einsturzgefahr. Gegen Mittag konnten die Bewohner zurückkehren.

Bei der Aktion am Dienstag fanden die Beamten unter anderem mutmaßliche Täterkleidung, gestohlene Kennzeichen und mehrere Handys. In den Niederlanden zogen die Einsatzkräfte zudem ein Auto und ein Motorrad im Wert von etwa 40.000 Euro ein.

In NRW gab es laut den Ermittlern unter anderem eine Razzia in Recklinghausen. Allein dort seien in einem Objekt 35 Handys gefunden worden.

Die Zahl der Geldautomatensprengungen war in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Monaten wieder angestiegen. Das Landeskriminalamt (LKA) macht vor allem Banden aus den Niederlanden dafür verantwortlich. In den Niederlanden gibt es nur noch wenige Geldautomaten, da die meisten Menschen mit Kreditkarte bezahlen. Die verbliebenen Automaten sind meist gut gesichert. Die deutschen Ermittler sehen daher einen «Verdrängungseffekt», durch den vor allem Geldautomaten in NRW Opfer werden.