Schwere Gewitter: Mehr als 1650 Feuerwehr-Einsätze in NRW

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Einsatzkräfte der Feuerwehr räumen einen entwurzelten Baum von einer Straße.
Einsatzkräfte der Feuerwehr räumen einen entwurzelten Baum von einer Straße. Foto: Thomas Banneyer/dpa

Duisburg (dpa/lnw) – Die Gewitterfront über Nordrhein-Westfalen hat bis weit in den Freitag hinein mindestens 1650 Feuerwehreinsätze ausgelöst und mehrere Menschen verletzt. Dies sei die Bilanz allein in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Münster, teilte das NRW-Innenministerium am Freitag mit.

In mehreren Städten waren die Feuerwehren im Dauereinsatz – etwa wegen umgekippter Bäume, unter Wasser stehender Keller und Straßen. Besonders betroffen waren Duisburg mit rund 670 Einsätzen und Krefeld mit 265. Bei der Deutschen Bahn kam es wegen umgestürzter Bäume zu Ausfällen und Streckensperrungen.

In Hünxe fiel ein Baum direkt auf einen Traktor – der Fahrer kam verletzt ins Krankenhaus. In Ahaus prallte ein Autofahrer mit seinem Wagen gegen einen umgestürzten Baum und wurde verletzt. Aufmerksamkeit in den sozialen Medien erregte ein junger Mann, der in Mönchengladbach kurzerhand mit einem Kanu über die überflutete Straße paddelte.

In Duisburg sei im Stadtteil Baerl das Telefon-Festnetz für 45 Minuten ausgefallen, berichtete die Feuerwehr, die auch am Freitagvormittag noch mit dem Abarbeiten der Notrufe beschäftigt war. Bei Einsätzen ohne Gefahr für Menschen könne es dauern, bis die Feuerwehr eintreffe, hieß es. Auf der Ruhr habe die Feuerwehr Menschen gerettet, die mit einem Boot gekentert waren.

Vermutlich durch einen Blitzeinschlag wurde im benachbarten Mülheim/Ruhr eine etwa 20 Meter hohe Eiche gespalten. Eine Baumhälfte stürzte auf ein zweigeschossiges Wohnhaus und beschädigte das Dach. Ein Auto wurde von dem Baum begraben. Menschen kamen nicht zu Schaden.

In Krefeld war die gesamte Feuerwehr wegen des Unwetters ebenfalls im Dauereinsatz. In der Stadt wurden Straßen und viele Keller überflutet. Auch der Krefelder Zoo wurde in Mitleidenschaft gezogen. «Tiere sind nicht zu Schaden gekommen, es gibt aber Beschädigungen an Gehegen», berichtete die Stadt. Der Zaun der Zebra- und der Kraniche-Gehege sei defekt und das Dach der Muntjakhirsch-Anlage sei durch einen schweren Ast demoliert worden.

Im Kreis Borken hatte das Unwetter ein Zeltlager mit 260 Kindern bedroht. Sie wurden kurzerhand in einem Vereinsheim untergebracht. Kein Kind sei verletzt worden. Das Zeltlager wurde abgebrochen und alle Kinder wurden von den Eltern abgeholt.

Bäume stürzten auf die Zugstrecke zwischen Krefeld und Meerbusch, die dadurch zeitweise blockiert war. Auf der Bahnstrecke zwischen Gronau und Enschede lag ebenfalls ein Baum. Der Abschnitt wurde gesperrt, Züge warteten an Bahnhöfen, wie die DB Regio twitterte.

Es gebe Verspätungen und Teilausfälle. Ausfälle gab es wegen des Unwetters auch bei der S-Bahn zwischen Bergisch Gladbach und dem Düsseldorfer Flughafen sowie auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Neuss.

Im Kreis Wesel hatte die Feuerwehr fast 360 Einsätzen zu bewältigen. Vier Personen seien leicht verletzt worden. In Dinslaken wurde ein Autofahrer durch einen umgestürzten Baum leicht verletzt.

An einem Einfamilienhaus in Bergisch Gladbach verursachte ein Blitzeinschlag einen Dachstuhlbrand. Vor Eintreffen der Feuerwehr versuchte ein Bewohner noch, die Flammen von einer Leiter aus mit einem Gartenschlauch selbst zu bekämpfen. Verletzt wurde niemand, wie die Feuerwehr mitteilte.

In Köln meldete die Feuerwehr via Twitter 32 Einsätze. Auch dort waren Bäume umgestürzt. In Oberhausen wurden drei Fahrzeuge von umgestürzten Bäumen beschädigt, wie die Feuerwehr mitteilte.