Richter: Termin mit Sportwagenfahrer und Motorradpolizist

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Vor dem Landgericht  hält eine Statue der Justitia eine Waagschale.
Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Ist ein italienischer Nobel-Sportwagen so flach, dass ein Motorradpolizist nicht genau hineinschauen kann, wenn dieser vorbeifährt? Dieser Frage will ein Richter des Amtsgerichts Düsseldorf bei einem Ortstermin nahe der Deutschen Oper am Rhein auf den Grund gehen. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag auf Anfrage. Zuvor hatten mehrere Medien über den kuriosen Fall berichtet.

Der Hintergrund: Der Fahrer eines Sportwagens hatte einen Bußgeldbescheid über 128 Euro (davon 28 Euro Verwaltungsgebühr) erhalten, weil er im Bereich Heinrich-Heine-Allee/Operngasse von einem Polizeibeamten auf einem Motorrad dabei beobachtet worden sein soll, wie er während der Fahrt unerlaubt mit dem Handy hantierte und telefonierte. Dagegen legte der 43 Jahre alte Autofahrer Einspruch ein. Es kam zur Verhandlung vor dem Düsseldorfer Amtsgericht, die am Montag ohne Urteil abgebrochen wurde.

Der Anwalt des Beschuldigten bezweifelte, dass der Polizist auf dem Motorrad sitzend in den extrem flachen, den Angaben zufolge nur 1,20 Meter hohen Sportwagen so hineinschauen konnte, dass der angebliche Handyverstoß für ihn zweifelsfrei zu erkennen gewesen sei. Sein Mandant habe während der Fahrt kein Handy benutzt, sondern nur einen Schalter des Steuerungspults am Armaturenbrett des Wagens bedient. Der Polizeibeamte sagte dagegen laut Medien: «Wenn ich nicht ganz sicher gewesen wäre, dann hätte ich keine Anzeige geschrieben.»

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, ordnete der Richter einen Lokaltermin an, der im Oktober stattfinden soll. Dann müssten der 43-Jährige und der 41-jährige Motorradpolizist mit ihren Fahrzeugen vor Ort erscheinen, um die Situation nachzustellen, sagte die Gerichtssprecherin.