Haus-Explosion: Verletzte, Vermisste und Verschüttete

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Rettungsdienste sind mit schwerem Gerät im Einsatz.
Rettungsdienste sind mit schwerem Gerät im Einsatz. Foto: Bjoern Braun/dpa

Hemer (dpa) – Luftaufnahmen zeigen ein Trümmerfeld, wo zuvor noch ein Mehrfamilienhaus stand. Eine Explosion hat im sauerländischen Hemer am Freitagabend für Bilder völliger Verwüstung gesorgt. Zwei Menschen wurden verletzt gerettet, drei steckten zunächst noch eingeklemmt und verschüttet, aber lebend, unter den Trümmern, wie eine Polizeisprecherin in der Nacht zum Samstag sagte. Drei weitere Bewohner des Hauses waren demnach zum Zeitpunkt der Explosion wohl nicht zu Hause.

Die Bergungsaktion beginnt – ein Wettlauf gegen die Zeit. Mit schwerem Gerät in Form von Baggern und Kränen müssen die Trümmer Stück für Stück vorsichtig weggeräumt werden, um an die Verschütteten zu kommen.

Die Rettungskräfte wissen am späten Freitagabend nicht so genau, was sie noch erwartet. Sie richten sich auf eine lange Nacht ein.

Es gebe einen Schwerverletzten, dieser sei aber nicht in Lebensgefahr. Er habe weit oben auf dem Trümmerberg gelegen, berichtet Feuerwehrsprecher Andreas Schulte.

Bei dem Haus soll es sich um ein Sechs-Parteien-Haus mit acht Bewohnern gehandelt haben. «Es ist leider komplett eingestürzt, es steht kein Stein mehr auf dem anderen», sagt Feuerwehrmann Andreas Schulte.

Nun gilt es, behutsam, aber auch rasch zu den Verschütteten vorzustoßen. «Wir haben Kontakt mit den Personen, wir sprechen mit denen und versuchen, sie aus den Trümmern zu retten», sagt Schulte dem Nachrichtenportal «Lokalstimme.de».

Dann gelingt es in der Nacht einem Arzt, zu einer der verschütteten Personen vorzudringen. «Er hat sie medizinisch versorgen können, aber sie ist noch nicht geborgen», sagt die Polizeisprecherin.

An den Nachbarhäusern sind durch die Detonation die Scheiben zu Bruch gegangen. Ein Statiker muss nun klären, wie viel die Häuser noch abbekommen haben. So lange bleiben sie evakuiert, sagt die Polizeisprecherin. Die genaue Ursache der Explosion ist zunächst unklar, es sei aber eine Gasexplosion gewesen, berichten Feuerwehr und Polizei.

Der Bereich um den Unglücksort wird weiträumig abgesperrt. Wie viele Menschen zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Haus waren, ist unklar. Hemer ist eine 34.000-Einwohner-Stadt im Märkischen Kreis im Sauerland. Es ist die östliche Nachbarstadt von Iserlohn.