Weniger heizen: Krise erreicht Ministerien und Landtag

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Mona Neubaur (Bündnis 90/Grüne), Wirtschafts- und Klimaschutzministerin in NRW.
Mona Neubaur (Bündnis 90/Grüne), Wirtschafts- und Klimaschutzministerin in NRW. Foto: Bernd Thissen/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Die nordrhein-westfälische Regierung prüft, ob man Gebäudeteile der Landesverwaltung demnächst nur noch in Teilen beheizt. Die Möglichkeit ergebe sich durch «geänderte Arbeitssituationen» wie Homeoffice-Regelungen, hieß es auf dpa-Anfrage. Einzelne Ministerien planen wegen der drohenden Gaskrise, Klimaanlagen runter zu drehen und Warmwasser in Küchen und Waschräumen zu reduzieren. Auch der Landtag hat bereits auf die aktuelle Lage reagiert.

Um «kurzfristig Energie einzusparen und auf die Gasmangellage zu reagieren», prüft zum Beispiel das Düsseldorfer Wirtschafts- und Klimaschutzministerium unter Leitung von Mona Neubaur (Grüne) im Herbst und Winter grundsätzlich weniger zu heizen. Die Klimaanlagen sollen im Sommer nicht mehr so stark kühlen wie sonst, bei Warmwasser solle die «Verfügbarkeit in Küchen und Sanitäranlagen» reduziert werden, so ein Sprecher.

Auch im Justizministerium wurden die Klimaanlagen nach Angaben einer Sprecherin bereits wärmer eingestellt. Weitere Maßnahmen würden in Absprache mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) geprüft.

Das Finanzministerium und das Gesundheitsministerium untersuchen derweil die Möglichkeit der «zonierten Beheizung» von Gebäudeteilen, um den Gasverbrauch zu drosseln. «Auch das Nutzerverhalten wird in den Blick genommen, um Energieverbräuche und gleichzeitig die Kosten zu reduzieren», hieß es wortgleich aus beiden Häusern.

Das Integrationsministerium verwies darauf, dass es «interimsmäßig» in einem Gebäude mit weiteren Mietern untergebracht sei, in dem die zentrale Klimatisierung und Heizung von einem privaten Eigentümer gesteuert werde. Daher könne das Ministerium selbst aktuell «nur in begrenztem Umfang» Energiesparmaßnahmen übernehmen. Dennoch gebe es welche. Manche machen sich den Angaben zufolge die menschlichen Beine zunutze. So wird «aktiv» die «Nutzung der Treppenhäuser» statt der Aufzugsanlagen beworben. Zudem sollen «durch tägliche Rundgänge nach Dienstschluss» alle Bürobeleuchtungen ausgeschaltet werden.

In der Staatskanzlei, die zurzeit saniert wird, soll die Beleuchtung laut einer Sprecherin komplett auf eine stromsparende LED-Technik umgestellt werden. Dach und Innenhoffassade würden energetisch gedämmt.

Im Düsseldorfer Landtag wurde bereits die Kühlung der Sitzungssäle zurückgefahren. Das sagte ein Sprecher auf dpa-Anfrage. Um wie viel Grad genau, könne man nicht pauschal beziffern. Im Bundestag sollen die Klimaanlagen in den Sälen künftig von 22 bis 24 Grad Raumtemperatur auf 24 bis 26 Grad eingestellt werden.

Als weitere «kurzfristige Maßnahmen» werden laut Landtag die Informationsbildschirme an Sitzungssälen und die Grundbeleuchtung des Plenarsaals früher ausgeschaltet. Weitere Schritte würden im Auftrag von Landtagspräsident André Kuper gerade geprüft.