Sonnencreme: UV-Schutz für die Haut – unbedenklich für die Umwelt

35
Der Sonnenschutz gehört zu den wichtigsten Accessoires, die in keienm Sommerurlaub fehlen dürfen. Foto: Pixabay
Der Sonnenschutz gehört zu den wichtigsten Accessoires, die in keinem Sommerurlaub fehlen dürfen. Foto: Pixabay

Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Tipps für die richtige Wahl bei Sonnencremes zusammengestellt. Luise Körner, Leiterin des Chemie-Teams beim BUND, hat Anworten auf die interessantesten Fragen rund um den Sonnenschutz gegeben.

Der Sommer ist da, die Sonne brennt. Es zieht uns ins kühle Nass und unsere Haut ist zwingend auf Sonnenschutz angewiesen. Doch beim Kauf von Sonnencremes sollte nicht wahllos zugegriffen werden: Viele Cremes enthalten Mikroplastik, weitere synthetische Polymere oder andere schädliche Stoffe, die beim Baden ins Wasser gelangen und dort verbleiben – mit langfristigen Folgen. Auch der eigenen Gesundheit können manche Sonnencremes schaden.

Worauf sollte ich beim Kauf einer Sonnencreme achten?

Luise Körner: Achten Sie ganz genau auf die Inhaltsstoffe von Sonnencremes. Dafür können Sie zum Beispiel die ToxFox-App des BUND nutzen und überprüfen, ob das ausgewählte Produkt gesundheitlich und für die Umwelt unbedenklich ist. Sonnencremes schützen Ihre Haut entweder durch einen chemischen oder einen mineralischen Filter. Chemische Sonnenschutzmittel können in die Haut eindringen und UV-Strahlung in Wärme umwandeln. Einige Zusatzstoffe stehen unter Verdacht, Allergien auszulösen oder im menschlichen Körper hormonell zu wirken. Aber auch Mikroplastik oder flüssige Kunststoffe können in Sonnenschutzmitteln enthalten sein. Kunststoffverbindungen, die in den Cremes in gelöster oder flüssiger Form vorliegen, werden zum Beispiel als Bindemittel, Füllmittel oder Filmbildner eingesetzt. Diese gelangen über das Abwasser in die Umwelt und können dort nur schwer oder gar nicht abgebaut werden.

Gibt es Sonnencremes, die für die Gesundheit und die Umwelt unbedenklich sind?

Luise Körner: Mineralischer Sonnenschutz wird häufig als ökologische Alternative angepriesen: Doch hier ist es wichtig darauf zu achten, dass keine Nanopartikel enthalten sind. Aufgrund ihrer geringen Größe können Nanopartikel sehr weit in den Organismus vordringen. Die gesundheitlichen und ökologischen Risiken von Nanomaterialien sind nicht abschließend geklärt. Produkte mit Nanopartikeln erkennen Sie an der verpflichtenden Kennzeichnung mit dem Kürzel „nano“ in der Inhaltsstoffliste.

Wie kann man sich anders vor der Sonne schützen?

Luise Körner: Es gibt zwei altbewährte Methoden: Bekleidung und Vermeidung. Unser Tipp: Meiden Sie die starke Sonneneinstrahlung in der Mittagshitze und verlagern Sie den Besuch von Schwimmbädern und Strand auf die Morgen- oder späten Nachmittagsstunden. Auch ein wirksamer Sonnenschutz: Tragen Sie lange Bekleidung. Aber Vorsicht: synthetische Badebekleidung mit UV-Schutz kann Fasern verlieren, die als Mikroplastik den Meeren schaden. Deshalb ist das Tragen von Kleidungsstücken aus Naturfasern der ökologisch wirksamste Schutz von Haut und Meeren.