Nach Millionenschaden durch Flut Normalbetrieb in Klinik

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Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses.
Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Eschweiler (dpa/lnw) – Das Juli-Hochwasser im vergangenen Jahr hat das St.-Antonius-Hospital in Eschweiler komplett lahmgelegt. Zwei Kellergeschosse mit all den teuren Geräten standen unter Wasser. Das 400-Betten-Krankenhaus musste evakuiert werden. Die Intensivpatienten wurden in einer dramatischen Rettungsaktion auf Tragen durch sieben Stockwerke nach unten gebracht und teilweise ausgeflogen. Ein Jahr später meldet das Hospital wieder «fast Normalbetrieb».

Am Jahrestag der Katastrophe, dem 14. Juli, besucht Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) die Klinik. Er möchte sich ein Bild von den Flutschäden machen. Das St.-Antonius-Hospital war eines von drei Krankenhäusern in NRW, die wegen der Flut nicht mehr an der stationären Versorgung teilnehmen konnten.

An dem mitten in Eschweiler gelegenen Krankenhaus richtete das Hochwasser 2021 einen Schaden von insgesamt 120 Millionen Euro an. Inzwischen seien alle medizinischen Untersuchungen wieder möglich, meldete das Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen. Doch wie vor der Flut sieht es noch nicht aus. Im Hauptgebäude wird die Sanierung wohl noch zwei Jahre dauern. Knapp 100 Millionen Euro bringt der Förderbescheid der Bezirksregierung zur Sanierung der Gebäudeschäden. Entgangene Einnahmen des durch den gestoppten Betrieb von über 10 Millionen Euro werden ausgeglichen.

Das Flüsschen Inde brachte die Flut. In der Nacht zum 15. Juli stieg das Wasser immer höher, erinnert sich Krankenhaus-Geschäftsführer Elmar Wagenbach. Die braune Brühe floss ins Untergeschoss, setzte alles unter Wasser. Die Urologie, das Energiezentrum, Labore und die Werkstatt – alles wurde zerstört. In der Strahlentherapie ging ein teures MRT-Gerät kaputt, das erst eine Woche zuvor in Betrieb genommen worden war.

«Nach einigen Wochen wurde wieder ambulant behandelt», berichtete Wagenbach. Im Oktober wurden wieder stationäre Patienten aufgenommen, der Betrieb normalisierte sich zunehmend. Das Hospital in katholischer Trägerschaft ist mit 1400 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in Eschweiler.

Auch andernorts wird in der 60.000-Einwohner-Stadt bei Aachen an die dramatische Flut erinnert: Im Rathaus wird eine Ausstellung gezeigt (15.7. – 12.8.) mit Stimmen von Betroffenen und Helfern. Auch ein Hochwasser-Denkmal gibt es inzwischen, es wird am Samstag, 16. Juli, im Zentrum eingeweiht. An dem Bildhauerprojekt hatten Kinder und Jugendliche mitgearbeitet. Eine Schiefer-Säule zeigt den Höchststand der Flut von 3,70 Meter an. Nach den Sommerferien, am 12. August, veranstaltet die Stadt ein Fest «Eschweiler sagt Danke» für Betroffene und Helfer.