160.000 Euro teure Luxus-Uhren im Clan-Anwesen entdeckt

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Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht an einem Einsatzort.
Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht an einem Einsatzort. Foto: Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Im Leverkusener Anwesen, in dem Angehörige des Al-Zein-Clans lebten, haben Ermittler Luxus-Uhren im Wert von bis zu 160.000 Euro aktuellem Marktwert entdeckt. Das hat ein Sachverständiger am Donnerstag im Düsseldorfer Landgericht ausgeführt. Neben den Rolex-Uhren habe die Großfamilie rund 100 Schmuckstücke gehortet, von denen mehrere Einzelstücke jeweils einen Wert von mehr als 1000 Euro hätten.

Einem weiteren Gutachter zufolge wurden in dem Haus rund 75.000 Euro allein in die Sanierung der Bäder und der Elektrik gesteckt. Dazu zählt auch die Installation einer Alarmanlage, führte der zweite Sachverständige aus.

Die Großfamilie soll bis 2021 Sozialleistungen in Höhe von 456.000 Euro bezogen haben, obwohl sie in Leverkusen in einem Anwesen mit 300 Quadratmetern Wohnfläche residierte und über erhebliches Vermögen verfügte. Die Polizei hatte das Anwesen vor einem Jahr gestürmt und durchsucht. Dabei fanden sie neben Uhren und Schmuck auch 360.000 Euro Bargeld.

Die sieben Angeklagten sind zwischen 22 und 47 Jahre alt. Zwei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Neben bandenmäßigem Sozialbetrug werden den Familienmitgliedern in wechselnder Beteiligung auch Raub, Steuerhinterziehung, schwere Körperverletzung, Geldwäsche, Erpressung und Zwangsarbeit vorgeworfen. Es drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Dem Al-Zein-Clan werden laut aktuellem Lagebild des Landeskriminalamts 231 Verdächtige zugerechnet, die für 431 Straftaten verantwortlich sein sollen. Er gilt als zweitgrößter Clan in Nordrhein-Westfalen.