Bislang rund 4000 Affenpocken-Impfdosen in NRW ausgeliefert

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Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003, die von den Centers for Disease Control and Prevention zur Verfügung gestellt wurde, zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r), die aus einer menschlichen Hautprobe im Zusammenhang mit dem Präriehundeausbruch von 2003 stammt.
Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003, die von den Centers for Disease Control and Prevention zur Verfügung gestellt wurde, zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r), die aus einer menschlichen Hautprobe im Zusammenhang mit dem Präriehundeausbruch von 2003 stammt. Foto: Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa/Archivbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – In Nordrhein-Westfalen sind bislang 3880 Affenpocken-Impfdosen in die fünf Regierungsbezirke geliefert worden. Die weitaus meisten gingen mit 2100 Dosen in den Regierungsbezirk Köln, gefolgt von Düsseldorf (960), Münster (420), Arnsberg (320) und Detmold (80). Das teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit und bezog sich dabei auf Daten bis zum 25. Juli.

Menschen mit hohem Infektionsrisiko können sich in NRW seit gut zwei Wochen kostenfrei gegen Affenpocken impfen lassen. Der Impfstoff wurde HIV- und Infektionsambulanzen an den Universitätskliniken sowie entsprechenden Schwerpunktpraxen zur Verfügung gestellt. Die Entscheidung für eine Impfung liegt im Ermessen der Ärzte.

Deutschland und einige andere Länder hatten bereits nationale Ausnahmeregelungen für den Einsatz des Impfstoffs Imvanex gegen Affenpocken gewährt. Erst am Montag hatte die EU-Kommission ihn offiziell für alle 27 EU-Staaten für diesen Zweck zugelassen. Zuvor war er auf EU-Ebene nur zum Schutz von Erwachsenen gegen Menschenpocken freigegeben. Am Wochenende hatte die Weltgesundheitsorganisation den erstmals im Mai registrierten Affenpocken-Ausbruch zu einer «Notlage von internationaler Tragweite» erklärt.

Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt: «Es scheint weiterhin möglich, den aktuellen Ausbruch in Deutschland zu begrenzen, wenn Infektionen rechtzeitig erkannt und Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt werden.» Nach RKI-Angaben vom Dienstag sind in Deutschland 2410 Affenpockenfälle registriert – nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums rund 450 davon in NRW (Stand: 22. Juli).

Eine Impfung gegen Affenpocken empfiehlt die Ständige Impfkommission in Deutschland für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. Ein erhöhtes Infektionsrisiko sieht sie bei Männern, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Affenpocken sind eine Viruserkrankung, die vor allem mit Symptomen wie Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie einem Ausschlag mit Bläschen oder Pusteln einhergeht.