Grundwasserstände an jeder zweiten Messstelle niedrig

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Düsseldorf (dpa/lnw) – Der Boden ist in Nordrhein-Westfalen landesweit auch bis in größere Tiefen zu trocken und an jeder zweiten Messstelle ist der Stand des Grundwassers niedrig. Diese Folgen der anhaltenden Trockenheit nennt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in einem hydrologischen Statusbericht, auf den NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) am Dienstag hinwies.

«Die Klimakrise trifft NRW mit Wucht: Seit Jahren zu geringe Niederschläge lassen die Hälfte der Grundwasserpegel auf niedrige und sehr niedrige Stände sinken. Das gefährdet Ökosysteme und am Ende auch unsere Wasserversorgung», schrieb Krischer auf Twitter. An zehn Prozent der Grundwassermessstellen wurde nach Angaben des Umweltministeriums der tiefste jemals gemessene Juni-Wert ermittelt.

Laut dem Bericht des Landesamtes fielen im Juni 2022 in NRW im Durchschnitt 56,8 Liter Regen pro Quadratmeter. Das seien 24 Prozent weniger als im langjährigen Mittel von 75,0 Litern aus den Daten der Jahre 1871 bis 2017. In den Monaten April bis einschließlich Juni seien im Schnitt 167,1 Liter pro Quadratmeter Regen gefallen. Damit fehlten etwa 14 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge.

Der Dürrezustand des Bodens ist laut dem Bericht vergleichbar mit 2019 und 2020. Die besonders betroffenen Regionen lägen dieses Jahr im Norden und Osten von Nordrhein-Westfalen, während 2020 vor allem das Rheinland und die Mittelgebirge im Süden deutlich zu trocken gewesen seien. 2019 seien insbesondere die nördlichen Landesteile betroffen gewesen. In den Jahren 2018 und 2021 sei die Bodenfeuchte deutlich höher gewesen als zum aktuellen Zeitpunkt in diesem Jahr.

Die geringen Niederschlagsmengen über Jahre führten laut dem Bericht zu niedrigen Grundwasserständen, die sich 2020 und 2021 nicht nachhaltig erholen konnten. Im Juni 2022 hätten nur zehn Prozent der Grundwassermessstellen höhere Stände als 2016 aufgewiesen.