Vorletztes Ferienwochenende in NRW läuft ruhig an

14
Reisende stehen am Flughafen Düsseldorf.
Reisende stehen am Flughafen Düsseldorf. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Das vorletzte Ferien-Wochenende in Nordrhein-Westfalen ist am Samstag auf den beiden größten Flughäfen des Landes zunächst ruhig angelaufen. Der Airport Köln/Bonn, der in den vergangenen Ferienwochen infolge der dünnen Personaldecke mit extrem langen Warteschlangen die Nerven Zehntausender Passagiere strapaziert hatte, konnte mindestens bis zum Samstagnachmittag mit Normalbetrieb glänzen.

Ähnlich sah es am größten NRW-Flughafen in Düsseldorf aus. «Die Lage im Terminal ist ruhig», sagte Sprecherin Claudia Finke der Deutschen Presse-Agentur. Zwischenzeitlich sei es aber, bedingt durch Personalmangel bei den Dienstleistern der Airlines, an der Gepäckausgabe zu längeren Wartezeiten gekommen.

Es ist das erste Sommerferien-Wochenende, wo nun zusammen mit Bayern und Baden-Württemberg alle Bundesländer ihre Schulen geschlossen haben. Der ADAC hat für die bundesweiten Autobahnen eines der schlimmsten Stauwochenenden der Saison prognostiziert. In NRW war der Verkehr bis zum Samstagnachmittag allerdings sowohl an den Flughäfen als auch auf den Autobahnen und Bahnstrecken ähnlich wie an anderen Wochenenden.

Der Düsseldorfer Flughafen erwartete an diesem Wochenende insgesamt knapp 130.000 Fluggäste. In Köln/Bonn wurde von Freitag bis Sonntag mit etwa 110.000 Passagieren gerechnet – etwa so viele wie an den vorigen Wochenenden.

Am Morgen hatte der Flughafen Köln/Bonn über Twitter mitgeteilt, es gebe bis zu maximal 60 Minuten Wartezeit vor der Sicherheitskontrolle, am Nachmittag waren es dann nur noch «bis zu fünf Minuten». Es wurde aber darauf hingewiesen, dass sich die Wartezeit «abhängig von der Anzahl der geöffneten Kontrollspuren» über den Tag noch ändern könne. Die in den Vorwochen berüchtigten Rückstaus bis zu den benachbarten Terminals oder gar vor das Flughafengebäude waren am Samstag nach Beobachtungen eines dpa-Reporters nicht mehr zu sehen.

Der Düsseldorfer Airport wies seine Passagiere über seine Internetseite vorsorglich darauf hin, dass es «zu längeren Wartezeiten bei der Passagierabfertigung kommen» könnte, die Fluggesellschaften in der Regel aber nicht früher als drei Stunden vor Abflug mit dem Check-in beginnen.

Der Flughafen wies aber für seine Flugsteige nur kurze Wartezeiten bis zu 20 Minuten aus. Düsseldorf hat unter anderem mit einem Früh-Check-in ab 3.00 Uhr morgens auf die Warteschlangen reagiert. Auf der Abflugliste beider Flughäfen tauchten vereinzelt annullierte Flüge – in den ersten Ferienwochen waren dagegen zahlreiche Verbindungen gestrichen worden.

Die Beobachter von Verdi hatten nach Angaben von Gewerkschaftssekretär Özay Tarim keine gegenteiligen Informationen über die Lage an den Flughäfen. Längere Warteschlagen, die es in Köln noch am Freitagabend bis hinein in die frühen Morgenstunden gegeben habe, seien aufgelöst worden, bestätigte er der dpa.

Die Bundespolizei, in deren Auftrag Firmen das Handgepäck der Fluggäste prüfen, hat in Köln für dieses Wochenende Personal für zwei weitere Linien der Sicherheitsprüfung ordern können. Die eigentlich dort tätige Firma hat viele kranke Mitarbeiter, so dass am vorigen Wochenende der Sicherheitscheck stark unterbesetzt war und den Andrang nicht bewältigen konnte. Auch Bundespolizisten sollen bei der Sicherheitskontrolle helfen, zum Beispiel als Einweiser.

Die zweite Sicherheitsfirma, die an beiden Airports zusätzlich eingesetzt worden sei, bringe mit wenig Personal nicht mehr als «einen Tropfen auf dem heißen Stein», kritisierte Tarim. Seit dem Ferienbeginn in NRW Ende Juni habe es von den Beschäftigten beider Flughäfen schon 170 Überlastungsanzeigen aus Köln und über 100 aus Düsseldorf gegeben. Diese Anzeigen sind Hinweise an den Arbeitgeber, dass die Arbeit nicht mehr ordnungsgemäß erfüllt werden kann.

Die schon frühzeitig von den Flug- und Reisegesellschaften avisierten Buchungszahlen seien «ignoriert und verpennt worden», kritisierte der Gewerkschafter. Das Bundesinnenministerium als Auftraggeber der Sicherheitskräfte habe zu defensiv agiert. «Ein solcher Auftrag gehört nicht in die Hände gewinnorientierter privater Sicherheitsfirmen, sondern – wie in Bayern – in die öffentliche Hand», sagte Tarim.