Verkauf des Kohleverstromers Steag soll vorgezogen werden

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Das Zählwerk in einem Gastzähler dreht sich.
Das Zählwerk in einem Gastzähler dreht sich. Foto: Jens Büttner/dpa/Symbolbild

Essen (dpa) – Der bislang bis Ende 2023 geplante Verkauf des Kohleverstromers Steag soll vor dem Hintergrund hoher Strom-Großhandelspreise vorzogen werden. Der Aufsichtsrat habe vergangene Woche beschlossen, den Verkaufsprozess schon jetzt zu starten, sagte ein Sprecher des Energiekonzerns am Montag in Essen. «Wir verdienen mit unseren Kohlekraftwerken in Deutschland derzeit Geld.» Eine Investmentbank solle beauftragt werden, den Verkaufsprozess zu begleiten. Im nächsten Schritt solle die Bank gezielt Investoren ansprechen. Zuvor hatte des «Handelsblatt» darüber berichtet.

Der Energiekonzern gehört einem Konsortium von sechs Stadtwerken aus dem Ruhrgebiet. 2021 hatten sie entschieden, das Unternehmen zu verkaufen. Vorher ist eine Neustrukturierung in einen schwarzen (Kohlegeschäft) und einen grünen (regeneratives Wachstumsgeschäft) Bereich geplant. Ein Verkauf nur eines Bereiches wird nicht mehr angestrebt. «Wir wollen keine Filetierung», sagte der Sprecher weiter. Steag betreibt unter anderem Steinkohlekraftwerke im Ruhrgebiet und im Saarland. Das Unternehmen hat angekündigt, mit weiteren Kraftwerken aus der Netzreserve an den Markt zurückkehren zu wollen.