Nach Stößen vor Stadtbahn: Frau soll in Psychiatrie

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Blick auf einen Eingang des Landgerichts.
Blick auf einen Eingang des Landgerichts. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Bielefeld (dpa/lnw) – Fünf Monate, nachdem mehrere Männer vor einfahrende Stadtbahnen in Bielefeld geschubst wurden, verhandelt das Landgericht Bielefeld ab dem 17. August über die Angriffe wegen versuchten Mordes. Da die Beschuldigte wegen einer seelischen Störung mutmaßlich schuldunfähig ist, hat die Staatsanwaltschaft die Unterbringung der 23-Jährigen in einer Psychiatrie beantragt. Wie aus der Terminvorschau des Landgerichts Bielefeld hervorgeht, soll die Frau unter einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie leiden.

Ob sich das Landgericht dieser Sicht der Staatsanwaltschaft anschließt, soll bei zwei weiteren Verhandlungstagen bis zum 25. August geklärt werden. Die Beschuldigte soll im Februar und März 2022 in Bielefeld zwei Männer vor einfahrende Stadtbahnen geschubst haben. Eines der Opfer (21) wurde bei dem Aufprall schwer am Kopf verletzt, ein 29-Jähriger prallte von der Stadtbahn zurück auf den Bahnsteig und blieb unverletzt. Ein drittes Opfer (40) hatte den Angriff frühzeitig erkannt und sich der 23-Jährigen entgegengestellt.

Die Polizei hatte eine Mordkommission eingerichtet, nachdem die Frau zunächst unerkannt fliehen konnte. Anfang März wurde die 23-Jährige festgenommen. Das dritte Opfer hatte sich bei der Polizei gemeldet. Die Frau hatte den Mann an einer Haltestelle umkreist und bereits Anlauf genommen, um ihn zu stoßen. Der Zeuge war aber zuvor misstrauisch geworden und hatte sich umgedreht. Nach seiner Personenbeschreibung konnten Zivilfahnder die Tatverdächtige an einer anderen Haltestelle festnehmen.