Sexualtaten: Essener Polizei bringt Cold-Cases ins TV

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Marijana Krajina und Stefanie M. - die beiden neun Jahre alten Mädchen wurden Anfang der 1990er Opfer von Sexualtaten. Fotos: Polizei
Marijana Krajina und Stefanie M. - die beiden neun Jahre alten Mädchen wurden Anfang der 1990er Opfer von Sexualtaten. Fotos: Polizei

Essen. Die Essener Polizei hofft auf Hinweise von Zeugen in zwei Cold Cases aus den Neunzigern. Es geht um zwei Fälle von sexuellem Missbrauch – in einem der Fälle wurde eine Neunjährige lebensgefährlich verletzt, in einem weitere Fall hatte man eine ebenfalls Neunjährige tot aufgefunden.

Zwei Fälle beschäftigen die Essener Kriminalisten seit rund 30 Jahren. Beide Taten an jeweils neun Jahre alten Mädchen haben sich im Raum Altenessen zugetragen.

Im Februar 1992 wurde eine Neunjährige von einem unbekannten Täter in ein Auto gelockt, betäubt und missbraucht. „Sie wurde schwer verletzt von einer jungen Frau an einer Landstraße gefunden“, berichtet die Polizei. Am 6. Februar des Jahres 1992 ging die neun Jahre alte Stefanie M. (Name von der Polizei geändert) auf den Geburtstag ihres Cousins, der nur 30 Minuten zu Fuß entfernt wohnte.

Am Nachmittag – laut Polizei gegen 17.20 Uhr – machte sich Stefanie mit zwei weiteren Kindern auf den Weg nach Hause. Die Kinder trennten sich später auf dem Heimweg. In der Nähe ihres Wohnhauses stieß das Mädchen auf einen Mann in einem weißen Kastenwagen. Der Unbekannt sei ausgestiegen und hätte Stefanie in sein Auto gelockt. Zehn Stunden lag sie bewusstlos in der Nähe der Landstraße L422 in Düsseldorf-Kaiserswerth – rund 30 Kilometer von Essen entfernt.

„Der oder die Täter hatten sie dort abgelegt“, davon geht die Polizei aus. Das Mädchen rappelte sich auf und kroch zu der Landstraße. Dort bemerkte eine junge Autofahrerin das Mädchen. Im Krankenhaus wurden bei der Neunjährigen lebensgefährliche Verletzungen sowie ein sexueller Missbrauch festgestellt.

Cold Case um getötete Marijana Krajina

Anderthalb Jahre später ereignete sich ein ähnlicher Fall in Altenessen. Vermisst wurde die ebenfalls neun Jahre alte Marijana Krajina, nachdem sie sich in der Fußgängerzone des Stadtteils im Essener Norden aufhielt. Tage später fand man das Mädchen in Niedersachsen an einer Bundesstraße –  Marijana Krajina wurde getötet.

Die Neunjährige lebte mit ihren vier Geschwistern in Kroatien. Ihr Vater verdiente sein Geld als Straßenbauarbeiter in Deutschland. In den Sommerferien 1993 besuchte Marijana mit der Mutter ihren Vater. „An einem Nachmittag, drei Wochen vor ihrem Verschwinden, spielte die Neunjährige mit ihrem Freund Frisbee auf dem Altenessener Markt“, so die Polizei zu den Umständen der Tat. Dort seien beide das erste Mal auf den späteren Täter getroffen.

Wie die Essener Polizei angibt, ergaben Ermittlungen, dass sich der unbekannte Mann mit den Kindern verabreden wollte. Zu einem Treffen kam es jedoch nicht.

Am frühen Abend des 31. August 1993 verließ Marijana Krajina die Wohnung ihres Vaters, um ihre Mutter in dem nahegelegenen Bekleidungsgeschäft Woolworth aufzusuchen. In der Zwischenzeit kehrte die Mutter ohne ihre Tochter an der Wohnung zurück. Marijana kam an jenem Abend und auch den darauffolgenden Tagen nicht mehr nach Hause.

Drei Tage später, am 3. September 1993, hielt ein Pärchen einem Auto auf einem Parkplatz an der B75 zwischen Bremen und Hamburg, nordöstlich der Ortschaft Scheeßel, an. Sie fanden dort die getötete Neunjährige. Die Obduktion ergab laut Polizei Zeichen eines schweren sexuellen Missbrauchs.

Am heutigen Mittwoch, 3. August, bringt die Essener Polizei die Fälle ins Fernsehen. Die Ermittler erhoffen sich, Hinweise zu dem Täter zu erlangen. Die Beamten stellen die beiden Fälle in der Sendung „Aktenzeichen XY“ ab 20.15 Uhr im ZDF vor.

Hinweise nimmt die Mordkommission der Polizei Essen 0201 8290 entgegen.