Nach Hitze: Gewitter mit Unwetterpotenzial und Abkühlung

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Blitze entladen sich während eines Gewitters.
Blitze entladen sich während eines Gewitters. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Essen (dpa/lnw) – Der Hitze und Trockenheit der vergangen Tage folgen in Nordrhein-Westfalen Gewitter mit Unwetterpotenzial. Bereits am Donnerstagnachmittag und -abend sowie in der Nacht zum Freitag sollten sich die Menschen auf zunehmendes Gewitterrisiko mit regional möglichem Starkregen, Hagel und kräftigen Sturmböen einstellen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bildet sich eine Tiefdruckrinne aus, die zunehmend feuchtere Luft nach NRW bringt.

Nachmittags ziehen bereits erste und vereinzelte Gewitter von Westen her über das Land. Gegen Abend nimmt überall die Gewitterneigung zu. Dabei sei lokal Starkregen mit 30 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit ebenso möglich wie schwere Sturmböen mit 100 Kilometern pro Stunde und Hagel mit Korngrößen um 3 Zentimeter.

In der Nacht zum Freitag gibt es weitere Gewitter, die sich dann aber allmählich auf den Süden des Landes beschränken. Im weiteren Verlauf lässt die Unwettergefahr nach, am Freitagvormittag ziehen die Niederschläge ab. Im Verlauf des Freitags wird es wieder freundlicher, am Wochenende dann deutlich ruhiger und mit tagsüber angenehmeren Temperaturen von 20 bis 25 Grad.

Die in den vergangenen Wochen extreme Trockenheit führt für die Menschen in NRW bereits teilweise zu Einschränkungen. Wegen des niedrigen Pegelstands an der Ems haben die Bezirksregierungen in Münster und Detmold per Allgemeinverfügung für ihre Bereiche die Entnahme von Wasser mittels mechanischer oder elektrischer Pump- und Saugvorrichtungen oder fahrbarer Behältnisse aus der Ems untersagt. Das Verbot gelte vorerst bis zum 30. September, teilte die Bezirksregierung Münster am Donnerstag mit.

Grund des Entnahmeverbots ist, dass wegen des Niedrigwassers in der Ems die Lebensräume für Fische, Kleinstlebewesen und Pflanzen nicht noch mehr eingeschränkt werden sollen. Weitere unkontrollierte Wasserentnahmen würden die Stresssituation für das Gewässer weiter verschlimmern und die Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren nachhaltig zerstören.

Lang andauernde Niederschläge, die die Situation grundlegend verbessern könnten, seien derzeit nicht in Sicht, hieß es weiter. Die Sommergewitter führten allenfalls regional zu einer kurzzeitigen Entlastung.

Der Kreis Minden-Lübbecke reagierte ebenfalls am Donnerstag mit einer Verfügung. Aus keinem der Gewässer des Kreises an der Landesgrenze zu Niedersachsen darf Wasser mit «mechanischen oder elektrischen Pump- und/oder Saugvorrichtungen oder fahrbaren Behältnissen» entnommen werden. Laut Mitteilung sind die Weser und der Mittellandkanal von dem Verbot ausgenommen.