Mann gibt Brandstiftung zu: «Wollte niemanden umbringen»

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Blick auf das Landgericht in Köln.
Blick auf das Landgericht in Köln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Mönchengladbach (dpa/lnw) – Wegen Brandstiftung in einem Hochhaus und versuchten Mordes steht seit dem heutigen Dienstag ein Mann in Mönchengladbach vor dem Landgericht. «Ich möchte aussagen», erklärte der Angeklagte zu Beginn des Prozesses. Der zweifach geschiedene Mann und vierfache Vater gab zu, in dem achtstöckigen Wohnhaus in Mönchengladbach ein Feuer gelegt zu haben. «Ich wollte aber niemanden umbringen», betonte er.

Die Staatsanwältin ist überzeugt, dass der Angeklagte seine langjährige Lebensgefährtin und deren Sohn umbringen wollte. Entsprechende Drohungen soll der 58-Jährige knapp zwei Stunden vor der Tat bei einem Telefonat gegenüber der Frau ausgesprochen haben.

Die 41-Jährige bestätigte dies als Zeugin gegenüber dem Gericht. «Man müsste mich auf dem Scheiterhaufen verbrennen», berichtete sie über seine Aussagen. Sie habe das aber nicht ernst genommen. Der 58-Jährige sei öfter «schon mal ausgerastet».

Erst als ihr Sohn rief, dass es brennt, habe sie gesehen, dass die Wohnungstür in Flammen stand. Mit ihrem 17-Jährigen Sohn konnte sie sich auf dem Balkon in Sicherheit bringen. Die Flammen hatten zwei Hausbewohner mit einem Wandhydranten gelöscht.

Bei dem Brand wurden drei Menschen durch Rauchgase verletzt, darunter die Frau und der Angeklagte. Eine Blutprobe ergab bei ihm einen Blutalkoholwert von 1,4 Promille. Er hatte zunächst behauptet, er habe das Benzin nur gekauft, um sich vor dem Hochhaus unter einer Laterne selbst zu verbrennen. Davon wollte er zu Prozessbeginn nichts mehr wissen. «Ich weiß nicht, was in mir abgelaufen ist», sagte er.

Die zweifache Mutter hatte sich nach einem massiven Streit von dem Mann getrennt. Zwölf Tage vor der Tat an einem Februarabend in diesem Jahr hatte sie beim Amtsgericht ein Annäherungsverbot gegen ihn erwirkt.