Warmer Applaus für Modeste beim BVB, Kehl: «Wird uns guttun»

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Anthony Modeste schaut in die Kamera.
Anthony Modeste schaut in die Kamera. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Dortmund (dpa/lnw) – In Köln mit kritischen Kommentaren verabschiedet, in Dortmund mit warmem Applaus empfangen. Begleitet von aufmunternden Zurufen der rund 1 000 Fußball-Fans schrieb Anthony Modeste nach seinem ersten Training für seinen neuen Club Borussia Dortmund am Dienstag fleißig Autogramme. Das positive Votum der Zuschauer während der öffentlichen Einheit verstärkte bei Sportdirektor Sebastian Kehl das Gefühl, mit dem fünf Millionen Euro teuren Transfer des 34 Jahre alten Torjägers vom 1. FC Köln am Vorabend alles richtig gemacht zu haben. «Seine Verpflichtung macht sehr viel Sinn für uns. Er wird uns guttun», kommentierte der Sportdirektor.

Angesichts des großen Handlungsbedarfs nach dem monatelangen Ausfall des an einem Tumor erkrankten Neuzugangs Sébastien Haller und des hohen Zeitdrucks bei der Suche nach Ersatz hält Kehl den bulligen und kopfballstarken Modeste für eine Ideallösung. «Die Rahmenbedingungen waren für uns nicht ganz einfach. Aber wir konnten eine absolute Wunschlösung kreieren. Wir glauben, dass Tony genau unser Profil erfüllt», sagte der Zorc-Nachfolger, «er gibt unserer Mannschaft etwas, was wir aufgrund der Erkrankung von Sébastien Haller aktuell nicht haben.»

Dass der zweite Modeste-Abschied aus Köln nach 2017 – damals nach China – bei den FC-Fans für Misstöne sorgte, kann die Vorfreude der Dortmunder nicht trüben. Integrationsprobleme erwartet Kehl nicht: «Er kennt die Bundesliga, spricht sehr gut deutsch und ist topfit. Wir bekommen einen Spieler, der ein guter Typ ist, sich riesig auf die Champions League freut und sich auf diesem Niveau noch mal beweisen möchte.» Gleichwohl müsse Modeste, der in der vergangenen Saison 20 Bundesliga-Tore für Köln erzielt hatte, um einen Stammplatz kämpfen: «Das ist kein Freifahrtschein. Wir haben genug Jungs, die sich aufgedrängt haben.»

Nicht auszuschließen, dass Modeste bereits am Freitag beim Spiel in Freiburg zum Kader gehört. Ob Karim Adeyemi bis dahin wieder fit ist, bleibt offen. Der Neuzugang aus Salzburg fehlte am Dienstag beim Training. Er hatte sich beim 1:0 gegen Leverkusen am vergangenen Samstag eine Fußverletzung zugezogen und war deshalb bereits in der 1. Halbzeit ausgewechselt worden. «Wir hoffen, dass wir das noch hinbekommen. Bis Freitag ist noch ein bisschen Zeit», kommentierte Kehl. Ungewiss bleibt auch der Einsatz von Mittelfeldspieler Salih Özcan, der seinem neuen Club seit Wochen wegen einer Prellung fehlt und noch immer nur Teile der Übungen absolviert.