Medikamente bei Hitze richtig lagern: Wirkungsverlust droht

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abletten, Gele oder medizinische Sprays sollten vor hohen Temperaturen und Sonneneinstrahlung geschützt werden. Foto: VZ NRW/Adpic
abletten, Gele oder medizinische Sprays sollten vor hohen Temperaturen und Sonneneinstrahlung geschützt werden. Foto: VZ NRW/Adpic

Düsseldorf. Tabletten, Gele oder medizinische Sprays sollten vor hohen Temperaturen und Sonneneinstrahlung geschützt werden. Werden Medikamente falsch gelagert, können sie ihre Wirkung verlieren. Deshalb rät die Verbraucherzentrale NRW, bei Arzneimitteln auf jeden Fall die Hinweise auf dem Beipackzettel zur richtigen Lagerung zu beachten.

Darin heißt es oft: „Kühl, trocken und vor Sonnenlicht geschützt lagern.“ Aber was heißt das genau? Die Gesundheitsrechtsexpertin Sabine Wolter und die Pflegeexpertin Felizitas Bellendorf geben Tipps für heiße Tage, damit Medikamente weiter sicher verwendet werden können und erklären, wie sich die Wirkung mancher Mittel verändern kann.

Welche Medizin besonders empfindlich ist

Feuchtigkeit, zu hohe oder zu tiefe Temperaturen oder direkte Sonneneinstrahlung vertragen viele Arzneimittel nicht. Besonders empfindlich sind Medikamente mit flüssiger oder weicher Konsistenz wie Zäpfchen, Salben, Säfte, Cremes, aber auch Wirkstoffpflaster und Sprays. Zäpfchen können sich verflüssigen, was ihre Wirkung beeinträchtigen kann.

Bei Cremes und Salben bilden Bestandteile wie Fett und Wasser bei Hitze keine Einheit mehr. Ebenso kann sich Hitze zum Beispiel ungünstig auf Asthmasprays auswirken. Das aufgeheizte Medikament lässt sich nicht mehr so gut dosieren, oder das Aerosol entweicht schon vor der Anwendung. Unempfindlicher sind Tabletten und Dragees – doch auch sie sollten nicht dauerhaft über 25 Grad gelagert werden.

Wann Kühlung wichtig ist

Manche Medikamente müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden, wie zum Beispiel Insuline. Wer unterwegs oder auf Reisen auf einen solchen Stoff angewiesen ist, sollte unbedingt eine Kühlbox mitnehmen. Zu kalt darf es für Insulin jedoch auch nicht werden, also sollte eisiger Frost in der Kühltasche etwa durch direkten Kontakt mit Kühlelementen vermieden werden. Ideal sind spezielle Medikamentenkühlboxen oder -taschen. Wer bestimmte Mittel einnimmt und unsicher ist, wie man diese richtig lagert, sollte in der Apotheke oder Arztpraxis nach der richtigen Lagerung fragen.

Unerwünschte Nebenwirkungen bei Hitze

Aber nicht nur die Medikamente selbst können sich bei Hitze verändern. Auch die Wirkung der Medikamente kann verändert sein: So können etwa ein vermindertes Durstgefühl und die gleichzeitige Einnahme von Entwässerungstabletten dazu führen, dass der Körper „austrocknet“. Geringe Trinkmengen und vermehrtes Schwitzen beeinträchtigen möglicherweise die Nierenfunktion – und darüber hinaus eventuell auch die Wirkstoffkonzentration eines Medikaments.

Deshalb kann es bei länger anhaltenden Hitzewellen nötig sein, dass eine Medikamenten-Dosis angepasst werden muss. Bei manchen Medikamenten kann Hitze zu zusätzlichen Nebenwirkungen führen. So können verschiedene Antibiotika oder schmerz-und entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen zu gesteigerter Lichtempfindlichkeit, höherem Sonnenbrand-Risiko und heftigen Reaktionen der Haut führen.

Auch die therapeutische Wirkung blutdrucksenkender Medikamente kann durch die natürliche Körperreaktion auf Hitze verstärkt werden. Betroffene sollten daher genau auf die Beipackzettel achten und in Zeiten hoher Temperaturen die Medikamenteneinnahme in der Apotheke oder Arztpraxis ansprechen.

Von Apotheke bis Zuzahlung – viele Tipps rund um Medikamente gibt es online unter: www.verbraucherzentrale.nrw.