Multimedial von Raum zu Raum durch das Wülfrather Museum

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Das "Kreativteam" des Niederbergischen Museums in Wülfrath hat einen "Multimedia Guide" vorgestellt: Eberhard Tiso, Karin Fritsche, Paul Thamm, Uli Erbach, Christa Hoffmann und Kai Rodzinski. Foto: Kling

Wülfrath. Seit dieser Woche präsentiert sich das Niederbergische Museum mit einem „Multimedia Guide“ und lädt zum Besuch der vielseitigen Ausstellung in 22 Räumen ein.

„Wülfrath war kleinbäuerlich geprägt. Man lebte von der Vieh- und Landwirtschaft.“ So beginnt die Geschichte über die Entstehung des Kalkabbaus. Der wurde schon seit dem 16. Jahrhundert betrieben, damals allerdings noch von Bauern im Nebenerwerb.

„Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Nachfrage an Kalkprodukten durch die aufstrebende Eisen- und Stahlindustrie“, erklärt der Sprecher. Und er erzählt weiter: „1893 kaufte Thyssen das 150 Morgen große Gut Rohdenhaus“ und weitere Flächen. 1904 begann der industrielle Kalkabbau in der Kalkstadt. „So wurde die Agrarlandschaft zur Industrielandschaft“.

Aber die Wülfrather selbst waren für die Arbeit im Steinbruch nicht zu gewinnen. Dafür war man auf Wanderarbeiter angewiesen, die aus Italien, Kroatien und zum Teil aus Polen kamen. Die Wülfrather „bewarben sich lieber als Handwerker, Lokführer, als Maschinisten und Sprengmeister.“

Wer in ein Museum geht, kann sich oftmals mit einem Audio-Guide Einzel- und Besonderheiten der jeweiligen Ausstellung erklären lassen. In Wülfrath gibt es jetzt sogar einen „Multimedia Guide“. Und Eberhard Tiso, Vorsitzender des Trägervereins, ist sichtlich stolz, dass das „Kreativteam“ des Museums so etwas auf die Beine gestellt hat.

Zu dem Team gehören neben Tiso und Geschäftsführerin Karin Fritsche vor allem Christa Hoffmann, die die Texte geschrieben hat, und Uli Erbach, der die Filme gedreht und geschnitten hat. Elf Sprecherinnen und Sprecher haben bei dem Projekt mitgemacht und die jeweiligen Texte zu insgesamt 22 Räumen eingesprochen. Aber ohne die „jungen Leute“ des Teams wäre der neue Guide nicht entstanden, erzählt Tiso.

Paul Thamm hat das Programm dazu selbst erstellt, das auch auf der Homepage des Museums zu finden ist. Zu sehen ist ein Grundriss des Museums mit den Nummern der einzelnen Räume. Wer einen dieser Räume anklickt, steigt ein in die multimediale Erzählung wie die eingangs geschilderte von Raum 12, dem Kalkraum.

Kai Rodzinski hat letztlich dafür gesorgt, dass der neue Führer im Internet zu finden ist. Das soll auch eine Einladung an Interessierte sein, das Museum zu besuchen. Denn sie bekommen so einen Überblick, welche und vor allem wie viele Schätze und Entdeckungen das Museum bereithält.

Vor Ort dann können Museumsbesucher mit dem Smartphone oder Tablet sich in den jeweiligen Räumen die Geschichten erzählen lassen und die Bilder und Filme anschauen, die Uli Erbach dazu geschnitten hat.

Zu der Geschichte über den Kalkabbau beispielsweise sind bewegte Bilder aus dem Kalkraum mit seinen Exponaten zu sehen. „Neben dem Modell des römischen Brennofens sehen wir verschiedene Brennöfen aus der Geschichte der Kalkindustrie“, erzählt Sprecher Heiner Schmitz. Und der Multimedia-Guide erklärt weiter, wofür Kalk in heutiger Zeit so alles gebraucht wird.

Eberhard Tiso hofft, dass die Bilder, Collagen und historischen Aufnahmen die Menschen dazu einladen, ins Museum an der Bergstraße zu kommen. Für Gruppen bietet das Museum jetzt auch Termine nach Vereinbarung an, neben den regulären Öffnungszeiten mittwochs, samstags und sonntags von 14.30 bis 17 Uhr.