Bundesanwaltschaft klagt mutmaßlichen türkischen Spion an

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Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel.
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Karlsruhe (dpa) – In einem Fall von Spionage für den türkischen Geheimdienst hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen zweiten Mann erhoben. Ihn soll der inzwischen verurteilte Haupttäter angeworben haben, um ebenfalls Informationen über Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung zu sammeln. Das teilte die Karlsruher Behörde am Freitag mit. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hatte Mitte Juli einen anderen Mann zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Sein mutmaßlicher Komplize wurde den Angaben zufolge nun ebenfalls dort angeklagt. Er befinde sich auf freiem Fuß.

Der inzwischen Verurteilte war im September 2021 bei einem Großeinsatz in einem Düsseldorfer Hotel festgenommen worden. Der 41-Jährige hatte gestanden, seit 2018 Informationen über Unterstützer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Gülen-Bewegung gesammelt und an den Geheimdienst weitergegeben zu haben.

Der nun Angeklagte, ein Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit, soll sich im August 2021 bereiterklärt haben, ebenfalls Informationen zu beschaffen. Kurz darauf soll er seinem Bekannten zwei Namen genannt und zu einer dieser Personen auch weitere Daten übermittelt haben.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wirft der Gülen-Bewegung vor, für einen Putschversuch 2016 verantwortlich zu sein. Der islamische Geistliche Fethullah Gülen, nach dem die Bewegung benannt wird, bestreitet dies vehement. Die PKK wird von der Bundesanwaltschaft als Terrorvereinigung eingestuft, sie hat in der Türkei zahlreiche Attentate und Anschläge verübt.