Brandstiftung: Neun Jahre Haft wegen versuchten Mordes

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Der Angeklagte wartet im Gerichtssaal des Landgerichtes auf seinen Prozess.
Der Angeklagte wartet im Gerichtssaal des Landgerichtes auf seinen Prozess. Foto: Roberto Pfeil/dpa/Archivbild

Mönchengladbach (dpa) – Im Prozess um ein absichtlich gelegtes Feuer in einem Hochhaus ist ein 58-jähriger Mann am Montag zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Mönchengladbach sprach den mehrfach vorbestraften Angeklagten unter anderem wegen versuchten Mordes schuldig. Er hatte gestanden, das Feuer in dem achtstöckigen 77-Parteien Wohnblock gelegt zu haben.

Nach eigener Aussage hatte er am späten Abend des 21. Februar vor der Wohnung seiner Ex-Lebensgefährtin in der fünften Etage einen Kanister Benzin ausgeleert und den Kraftstoff angezündet. «Ich wollte aber niemanden umbringen», betonte er.

Das glaubte die Strafkammer dem Angeklagten nicht. Das Gericht war vielmehr überzeugt, dass er sich nach der Trennung rächen und seine langjährige Lebensgefährtin und deren Sohn umbringen wollte. Das habe er der 41-jährigen Frau zwei Stunden vor der Tat telefonisch angedroht. Die Ex-Partnerin hatte die Drohungen bestätigt. Als ihr Sohn rief «Mama, es brennt», habe sie gesehen, dass die Wohnungstür in Flammen stand. Die Frau konnte sich mit ihrem 17-jährigen Sohn auf dem Balkon in Sicherheit bringen.

Die Feuerwehr hatte nach dem Einsatz betont, es sei nur dem beherzten Eingreifen von zwei Mietern zu verdanken, dass sich das Feuer nicht ausgebreitet habe. Sie hatten die Flammen im Gebäude mit Hilfe eines Wandhydranten gelöscht. Drei Menschen wurden durch Rauchgase verletzt, darunter die Ex-Freundin und der Angeklagte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Das Gericht entsprach dem Strafantrag der Staatsanwältin.