Reden kann man überall: Stadt lehnt «Speaker’s Corner» ab

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Absperrgitter am Düsseldorfer Rathaus.
Absperrgitter am Düsseldorfer Rathaus. Foto: Oliver Auster/dpa/Archivbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Die Stadt Düsseldorf lehnt die Initiative für eine «Speaker’s Corner» wie im Londoner Hyde Park ab. Begründung laut einer Vorlage für den städtischen Anregungs- und Beschwerdeausschuss: Im Rheinland könne man auch so einfach überall zu den Menschen reden.

In London wurde die «Speaker’s Corner» 1872 eingerichtet. Seitdem kann dort jeder ohne Anmeldung eine Rede zu allen möglichen Themen halten – außer zur Königsfamilie. Der Düsseldorfer Anregungsausschuss hatte die Verwaltung gebeten, so einen Platz in der Landeshauptstadt zu suchen.

Daraus wird nun nichts. Denn: «Gemäß rheinländischer Tradition, die auf Weltoffenheit und Toleranz beruht, bedarf es nicht erst einer institutionalisierten Speaker’s Corner, um im öffentlichen Raum das Wort an seine Mitmenschen richten zu können – das funktioniert bislang fast überall und kann grundsätzlich auch so bleiben», teilte die Verwaltung mit.

So könnten sich «anlassbezogen und bedarfsorientiert an vielen Stellen in der Stadt temporäre Speaker’s Corner bilden.» Einen konkreten Platz brauche es dafür nicht.