Großfeuer in Erkrath: Asbest wurde zum Problem

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Die Einsatzstelle an der Hauptstraße in Erkrath. Foto: FW Erkrath
Die Einsatzstelle an der Hauptstraße in Erkrath. Foto: FW Erkrath

Erkrath. An der Hauptstraße in Erkrath-Hochdahl ist es am Morgen zu einem Brand in einem Firmengebäude gekommen. 

Die Feuerwehr Erkrath wurde am Morgen aufgrund einer starken Rauchentwicklung in einer Firma für Markisen an der Hauptstraße alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigte sich das Meldebild: Aus der Halle drang dichter Rauch.

„Personen waren keine mehr in der Halle, so dass die Einsatzkräfte umgehend die Brandbekämpfung im Innen- und Außenangriff aufnehmen konnten“, berichtet die Feuerwehr zu dem Einsatzgeschehen. Der Einsatzleiter forderte überörtliche Unterstützung und eine zweite Drehleiter an.

Über die Warn-App Nina sowie die Sirenen im Stadtgebiet Erkrath wurde die Bevölkerung vor den Rauchgasen gewarnt. Der Alarmton stimmte jedoch nicht: Es sei eine fehlerhafte Sirenenprogrammierung festgestellt worden. „Dieser Umstand wird zeitnah korrigiert und soll bis zum Sirenenprobealarm am 8. September abgeschlossen sein“, teilt die Feuerwehr mit.

Die Feuerwehr öffnete das Dach der Lagerhalle, um Wärme und Rauch abziehen zu lassen. Es kam in der Folge zu einer massiven Brandentwicklung, die „über einen sofortigen Löschangriff mit einem Wenderohr der Drehleiter eingedämmt werden konnte“, so die Wehr. Der Brand hatte sich in der Zwischendecke entwickelt. Die Brandnester waren schwer zu erreichen waren – die Feuerwehr Ratingen half mit ihrem Cobra-Hochdrucklöschsystem.

Asbest festgestellt: Landesumweltamt rückte aus

„Ein Innenangriff war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich“, hieß es von der Erkrather Feuerwehr. Die Dacheindeckung war für die Brandschützer ein Problem: „Da es sich hier um Eternitplatten handelte und diese durch die Brandeinwirkung zerbarsten und dabei Asbestfasern freigesetzt wurden, mussten alle Einsatzkräfte im Nahbereich der Einsatzstelle Mundschutz tragen“.

Zur Einschätzung der Gefahr durch die Asbestfasern hatte man das Umweltamt sowie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) Nordrhein-Westfalen alarmiert. In enger Abstimmung mit dem LANUV wurde dann die weitere Vorgehensweise abgestimmt.

Das Dach wurde schließlich über zwei Drehleitern mit Einreißhaken unter Vornahme eines Wasserschleiers (zum Binden der Asbestfasern) geöffnet und die darunterliegenden Brandnester abgelöscht. Die Schutzausrüstung aller im Nahbereich eingesetzten Einsatzkräfte musste gesammelt und der Entsorgung zugeführt werden.

„Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit, da sich der Rauchniederschlag auf den unmittelbaren Einsatzstellenbereich beschränkte“, erklärt die Erkrather Feuerwehr. Nach dem Abschluss der Löschmaßnahmen wurden die Dächer der angrenzenden Wohnhäuser mit einem Wasserschleier abgespritzt.

Die Feuerwehr Erkrath erläutert: „Die Gefahr von Asbestfasern liegt in der mechanischen Verletzung von Lungengewebe bei der Einatmung. Sie sind weder giftig noch umweltgefährdend“.

Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren Erkrath, Haan, Hilden, Ratingen, Wülfrath und Velbert waren vor Ort aktiv. Eine Löschgruppe der Feuerwehr Mettmann übernahm von der Feuer- und Rettungswache an der Schimmelbuschstraße aus den Grundschutz für das Erkrather Stadtgebiet. Der Einsatz endete gegen 15.30 Uhr – regelmäßige Kontrollen schlossen sich an. Die Polizei hat die Brandursachenermittlung übernommen.