Hohe Energiekosten: Alu-Firma halbiert Hüttenproduktion

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Barren aus Aluminium stehen in einem Lager.
Barren aus Aluminium stehen in einem Lager. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Neuss (dpa/lnw) – Der Aluminiumkonzern Speira senkt wegen hoher Strompreise die Produktion in seinem Neusser Rheinwerk drastisch. Man habe entschieden, die Produktion von Primäraluminium bis auf Weiteres auf 50 Prozent abzusenken und damit auf nur noch 70.000 Tonnen pro Jahr, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Neuss mit. Dies sei eine Folge der steigenden Energiekosten. Die Firma hat rund 5000 Mitarbeiter vor allem in Norwegen und Deutschland, davon sind 800 in dem Neusser Werk beschäftigt.

Die Energiepreise hätten in den vergangenen Monaten ein zu hohes Niveau erreicht, sagte Speira-Chef Einar Glomnes. Eine Besserung sei in naher Zukunft nicht in Sicht. Mit den Mitarbeitern werde man in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat nach Lösungen suchen, hieß es von Speira. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben.

Der Abschaltprozess werde im Oktober eingeleitet und voraussichtlich im November abgeschlossen sein. Die Recyclingarbeiten, die in dem Werk neben der Neuproduktion ebenfalls stattfinden, sind von der Maßnahme nicht betroffen.

Speira gibt es seit 2021, die Firma war früher die Walzsparte des norwegischen Aluminiumkonzerns Norsk Hydro und wurde dann an US-Finanzinvestoren verkauft. Für die Produktion von neuem Aluminium braucht das Unternehmen viel Strom. Gas nutzt das Unternehmen ebenfalls, diese Prozesse sind von der nun beschlossenen Reduktionsmaßnahme aber nicht betroffen.