Klage gegen frühere Chefetage von Solarworld vor Landgericht

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Das verblichene Logo von Solarworld ist an einer Wand zu sehen.
Das verblichene Logo von Solarworld ist an einer Wand zu sehen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Bonn (dpa) – Der Insolvenzverwalter des untergegangenen Solarzellen-Herstellers Solarworld will die ehemalige Führungsriege der Firma kräftig zur Kasse bitten. In seiner Klage gegen mehrere Ex-Vorstandsmitglieder kommt es heute zu einer mündlichen Verhandlung am Landgericht Bonn. Es geht um den Vorwurf der Insolvenzverschleppung und Insolvenzanfechtung sowie um Ansprüche in dreistelliger Millionenhöhe, wie aus einer Mitteilung des Gerichts hervorgeht. Die Klage richtet sich auch gegen den früheren Firmenchef Frank Asbeck. Der 63-Jährige sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass er die Forderungen für unberechtigt halte.

Solarworld war im vergangenen Jahrzehnt wegen der harten chinesischen Konkurrenz und des globalen Preisverfalls bei Solarmodulen in Schieflage geraten. Die Firma ging 2017 pleite, ein Neustart mit einem kleineren Nachfolge-Unternehmen schlug fehl und führte erneut in die Insolvenz. 2018 wurde die Produktion eingestellt. Die Vorwürfe in dem Bonner Gerichtsverfahren beziehen sich auf die erste Insolvenz.