Schließung Vallourec-Standorte: Einigung auf Tarifvertrag

19
Blick auf den Logo der Vallourec GmbH.
Blick auf den Logo der Vallourec GmbH. Foto: Roberto Pfeil/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Nach dem angekündigten Aus für die Vallourec-Stahlrohrfabriken in Düsseldorf und Mülheim Ende 2023 haben sich Unternehmen und Beschäftigte auf einen Sozialtarifvertrag geeinigt. Er sieht unter anderem eine Grundabfindung von 1,25 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr vor, wie die Deutschland-Tochter des französischen Konzerns am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Möglich ist auch noch ein Bonus: Sollte der Verkauf der Grundstücke Düsseldorf und Mülheim mehr einbringen als ursprünglich geplant, sollen die Beschäftigen beteiligt werden.

Von der Schließung der traditionsreichen Werke sind rund 2400 Beschäftigte betroffen. Die Produktion soll bis Ende 2023 schrittweise heruntergefahren werden. Ab Januar 2024 können die dann noch verbliebenen Beschäftigten in eine Transfergesellschaft wechseln und sich dort weiterbilden. Vallourec hatte die Schließung unter anderem mit hohen Verlusten begründet.

Vallourec-Arbeitsdirektor Herbert Schaaff sprach nach der Einigung auf einen Sozialtarifvertrag von einem «konstruktiven und vertrauensvollen Verhandlungsprozess». Gesamtbetriebsratsvorsitzender Vilson Gegic nannte die Einigung «fair und anständig». Die IG Metall zitierte ihn mit den Worten: «Sie sollten wenigstens bluten. (…) Die Abfindungen und die weiteren Regelungen bringen uns nicht unsere Arbeitsplätze zurück – aber sie helfen wenigstens bei der Neuorientierung.»

Die beiden Werke gehörten früher zur Mannesmannröhren-Werke AG. Das Düsseldorfer Werk im Stadtteil Rath bestand seit 1899, das Werk in Mülheim seit 1966. Vallourec Deutschland hatte bereits 2020 einen anderen Standort in Düsseldorf geschlossen. Seit 2015 hat die Firma hierzulande bereits rund 1400 Stellen abgebaut. Ein kleines Forschungszentrum im sächsischen Riesa will der französische Konzern weiterbetreiben, seine Deutschland-Produktion gibt er hingegen auf. Das Geschäft mit Rohren für Öl- und Gasfelder soll nach Brasilien verlagert werden, das Geschäft mit Rohren für den Maschinen- und Anlagenbau soll hingegen eingestellt werden.