Zahl der wohnungslosen Menschen in NRW gesunken

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Düsseldorf (dpa/lnw) – Die Zahl der wohnungslosen Menschen in Nordrhein-Westfalen ist nach einem jahrelangen Anstieg erstmals wieder leicht zurückgegangen. Zum Stichtag 30. Juni 2021 hatten 48 285 Menschen in NRW keine reguläre Wohnung mit eigenem Mietvertrag. Das waren rund 1700 (3,4 Prozent) weniger als im Vorjahr, wie aus der am Freitag von Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) vorgestellten Wohnungslosenstatistik hervorgeht.

Seit 2015 war die Zahl der Wohnungslosen in NRW von rund 25.000 immer weiter angestiegen. Die Kommunen führen das unter anderem darauf zurück, dass anerkannte Asylbewerber auf dem angespannten Wohnungsmarkt keinen bezahlbaren Wohnraum finden und deshalb zunächst weiter in Aufnahmeeinrichtungen lebten.

Wohnungslosigkeit ist nicht mit Obdachlosigkeit gleichzusetzen. Wohnungslos zu sein bedeutet, dass Betroffene keinen eigenen Mietvertrag haben und beispielsweise in von Kommunen bereitgestellten Unterkünften leben.

Nach Schätzungen einer vom Ministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung lebten im Juni/Juli 2021 rund 5300 obdachlose Menschen auf der Straße oder in Behelfsunterkünften wie Abrisshäusern oder Bauwagen.

Mit der 2019 gestarteten Landesinitiative «Endlich ein Zuhause!» fanden nach Angaben des Ministeriums bisher fast 4600 wohnungslose Menschen ein neues Zuhause. Darunter waren 968 Familien mit Kindern und 205 obdachlose Menschen.

Fast zwei Drittel der erfassten wohnungslosen Menschen waren männlich (65 Prozent) und knapp die Hälfte hatte eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit.