Betrugsverdacht bei Corona-Teststellen: 33 Verfahren in Köln

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Eine biologisch-technische Assistentin bereitet PCR-Tests für die Analyse vor.
Eine biologisch-technische Assistentin bereitet PCR-Tests für die Analyse vor. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Köln (dpa/lnw) – Wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit Abrechnungen von Corona-Teststellen laufen allein in Köln inzwischen 33 Ermittlungsverfahren. Es gehe um mindestens 45 Teststellen, sagte eine Sprecherin der Kölner Staatsanwaltschaft am Montag auf dpa-Anfrage. Ermittelt werde gegen 55 Beschuldigte, es handele sich in der Regel um Betreiber der Stellen. Der Großteil der Verfahren laufe schon länger. «Die Ermittlungen sind sehr umfangreich und aufwendig», erläuterte die Sprecherin.

Die meisten Teststellen hätten tatsächlich Schnelltests vorgenommen – es müsse nun mit hohem Aufwand genau untersucht werden, wie viele korrekt abgerechnet und wie viele mutmaßlich gemeldet wurden, obwohl keine Leistung erfolgte. Auch in anderen Städten laufen zahlreiche Verfahren wegen Betrugsverdachts gegen Betreiber von Corona-Teststellen.

Im «Kölner Stadt-Anzeiger» wiesen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Kritik zurück. Man nehme den Auftrag zur Prüfung und Abrechnung der Corona-Test sehr ernst und arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen, betonte etwa die KV Westfalen-Lippe.

Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft werden sich die Ermittlungen noch hinziehen. Es werde auch einige Zeit dauern, bis es «valide Zahlen zur Schadenshöhe» gebe, sagte die Sprecherin. Zwei Staatsanwältinnen seien mit den Fällen befasst.